Klöckner setzt bei CDU-Neuaufstellung auf Digitalisierung

11.08.2021 Die CDU in Rheinland-Pfalz hat bei der Landtagswahl im März ihr schlechtestes Ergebnis im Land eingefahren. Jetzt stellt sich die Partei unter der Leitung von Julia Klöckner neu auf. Dabei spielt auch Kanzlerkandidat Armin Laschet eine Rolle.

Die Bundeslandwirtschaftministerin und rheinland-pfälzische CDU-Vorsitzende Julia Klöckner. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die rheinland-pfälzische CDU stellt sich nach ihrer siebten Niederlage bei einer Landtagswahl neu auf. «Wir sind mitten in einer Struktur- und Organisationsanalyse und nehmen dazu auch externe Beratung in Anspruch», sagte die CDU-Landeschefin Julia Klöckner der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Es sei inhaltlich seit der Landtagswahl schon viel passiert. In der digitalen Kommunikation und Organisation sei der Landesverband am weitesten von allen CDU-Landesverbänden in Deutschland. Der neue Landesvorstand soll nach der Bundestagswahl im November gewählt werden.

Parteichef und Kanzlerkandidat Armin Laschet, der bei vielen in der rheinland-pfälzischen CDU nicht der Wunsch-Kandidat für beide Ämter war, habe sich bereits zweimal den Mitgliedern gestellt. «Er ist dabei keiner Debatte aus dem Weg gegangen, er hat zugehört, argumentiert und das war sehr gut», sagte Klöckner. Er habe überzeugen können. «Armin Laschet ist kein Populist. Er ist kein Besserwisser, sondern ein Bessermacher», sagte Klöckner, einzige Bundesministerin aus Rheinland-Pfalz. «Von den ausgetretenen Mitgliedern sind viele wieder zurückgekommen», sagte Klöckner, ohne Zahlen zu nennen. An diesem Freitagabend kommt der Kanzlerkandidat zu einer Wahlveranstaltung in ein Kino nach Bad Kreuznach.

«Wir sind die mitgliederstärkste Partei in Rheinland-Pfalz und werben um Neumitglieder, ums Mitmischen und Mitmachen», sagte Klöckner. Die CDU in Rheinland-Pfalz hat rund 36.000 Mitglieder.

«Neben der klassischen Mobilisierung setzten wir immer stärker auch auf digitale Medien wie Facebook oder Instagram», so Klöckner. Eine Partei könne im Jahr 2021 nicht mehr so führen, kontaktieren und einbeziehen wie vor 30 Jahren. Bisher sei etwa die Hälfte der Mitglieder über E-Mail-Adressen zu erreichen. «Um alle erreichen zu können, müssen wir hier weitergehen und versuchen, alle Mitglieder mitzunehmen.»

Dazu gehören auch digitale Sitzungen. «Das kommt jungen Familien sehr entgegen oder Studenten, die die Woche über gar nicht in der Heimat sind. Aber auch älteren Mitgliedern, die sich zu einer Vorstandssitzung nicht eine Stunde extra ins Auto setzen wollen», sagte Klöckner. Der Landesverband hat für die digitale Vernetzung seiner 36 Kreisverbände eigens einen Beauftragten eingesetzt.

Ganz wichtig für die Partei sei die inhaltliche Debatte; das wünschten sich die Mitglieder, sagte Klöckner. Der Mitgliederstammtisch zu bestimmten Themen sei sehr gefragt und auch digital möglich. Der interne Newsletter der Landespartei sei völlig neu aufgestellt worden, etwa mit Porträts, Interviews mit CDU-Mitgliedern oder Reportagen aus dem Parteileben. Zudem würden stärker Meinungen publiziert, etwa Pro- und Contra-Beiträge zu Themen wie Impfpflicht oder höheren Pflegebeiträgen für Kinderlose.

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