Nach Flut prüft Land Belastung der Flüsse

04.08.2021 Nach der Hochwasserkatastrophe untersucht das Land Rheinland-Pfalz die Wasserqualität der betroffenen Flüsse Ahr, Kyll, Sauer und Prüm. Mit einem Sondermessprogramm wolle man Klarheit erhalten, in welchem Zustand die Flüsse sich befinden, teilte die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord am Mittwoch in Koblenz mit. Mit der Überschwemmung von Gewerbebetrieben und Kläranlagen sei «eine erhebliche Belastung der Umwelt und der Gewässer entstanden».

Ein Regengebiet zieht durch das Katastrophengebiet an der Ahr. Foto: Thomas Frey/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Anhand von Proben solle vor allem die Belastung der Gewässer mit Chemikalien von Industrie- und Gewerbeflächen sowie mit Bakterien von Abwassereinrichtungen überprüft werden. «Denn wir können nur Gegenmaßnahmen ergreifen, wenn wir wissen, welche Stoffe tatsächlich in unsere Gewässer gelangt sind», sagte Klimaschutz- und Umweltministerin Anne Spiegel (Grüne).

Sämtliche Kläranlagen im Ahrtal fallen laut SGD Nord derzeit noch aus, sodass die Abwässer ungeklärt in die Ahr fließen. Es werde alles getan, um die Kläranlagen - falls möglich - wieder in Betrieb zu nehmen. Daneben sei auch der Einsatz mobiler Kläranlagen geplant, hieß es. Wichtig sei, dass in der Kläranlage Untere Ahr in Sinzig wieder eine mechanische Reinigung stattfinden kann, sagte SGD Nord-Präsident Wolfgang Treis.

Die Wasserproben werden im Auftrag des Klimaschutzministeriums von Mitarbeitern der SGD Nord entnommen. Das auf einen längeren Zeitraum ausgelegte Messprogramm wird vom Landesamt für Umwelt und der Bundesanstalt für Gewässerkunde unterstützt.

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