Über halbe Milliarde Euro Sachschäden für Wirtschaft

27.07.2021 Die Flutkatastrophe im Ahrtal hat bei den dortigen Unternehmen laut einer Schätzung Sachschäden von mehr als einer halben Milliarde Euro angerichtet. Ein großer Anteil der geschätzten Schadenssumme von etwa 560 Millionen Euro entfalle auf Gebäude, aber auch Maschinen, Werkzeug und zerstörte Ware seien bei der Schätzung berücksichtigt, teilten die Industrie- und Handelskammer (IHK) und die Handwerkskammer (HwK) Koblenz am Montag mit. Im Ahrtal sind den Angaben zufolge rund 800 IHK-zugehörige Mitgliedsunternehmen sowie 800 HwK-Mitgliedsunternehmen von dem Hochwasser betroffen. Beim Großteil (71 Prozent) dieser Unternehmen handele es sich um Kleingewerbetreibende.

Sandsäcke liegen zur Sicherung gegen Hochwasser bereit. Foto: Harald Tittel/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Besonders schwer seien Gastgewerbe und die Hotellerie mit rund 11.000 Betten im Kreisgebiet getroffen worden. «Die Region lebt stark vom Tourismus», sagte Arne Rössel, Hauptgeschäftsführer der IHK Koblenz. «Erst die Schließungen durch die Corona-Pandemie und nun diese Naturkatastrophe: Für die Wirtschaft, und insbesondere die Händler, Hoteliers und Gastronomen entlang der Ahr, ist dieses Unwetter verheerend.»

Die finanzielle Situation sei angespannt, denn viele Betriebe hätten keine Elementarversicherung, und Reserven seien vorher schon aufgebraucht gewesen, sagte er weiter. Die IHK stehe im engen Austausch mit dem Wirtschaftsministerium, denn nun sei eine schnelle und unbürokratische Unterstützung der betroffenen Unternehmen nötig. Die Soforthilfe von 5000 Euro sei dabei ein erster wichtiger Schritt. Aber auch Zuschüsse und Förderprogramme müssten schnell zur Verfügung gestellt werden. «Ganz zu schweigen von der Wiederherstellung der Infrastruktur, ohne die die Unternehmen ihre Tätigkeiten nur teilweise oder überhaupt noch nicht wieder aufnehmen können», betonte er.

HwK-Hauptgeschäftsführer Ralf Hellrich erklärte, ganz wichtig sei nun die Koordination der angelaufen Hilfsmaßnahmen. «Es kommt jetzt sehr darauf an, die überwältigende Hilfsbereitschaft der Handwerkerinnen und Handwerker aus ganz Deutschland sinnvoll zu koordinieren», sagte er. Dringend gebraucht würden finanzielle Unterstützung und logistische Kapazitäten, um die Helfer vor Ort mit den notwendigen Materialien zu versorgen.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Top News

Sport news

Handball-Europameisterschaft: Corona-Schock für DHB-Team: Ohne Sieben gegen Polen

Auto news

Alter Lappen adé: Das gilt beim Führerscheinumtausch

Tv & kino

Retro-Show: «Wetten, dass..?» geht 2022 und 2023 weiter

Internet news & surftipps

Corona-Pandemie: Luca-App ändert Geschäftsmodell und senkt Preise

Tv & kino

Filmpreis: Abtreibungsdrama «Happening» gewinnt Prix Lumière

Wohnen

Betriebskosten: Baum gefällt - Vermieter kann Kosten auf Mieter umlegen

Internet news & surftipps

Gebührenstreit: Amazon UK akzeptiert wieder Visa-Kreditkarten

Internet news & surftipps

Extremismus: BKA: Telegram löscht rechtsextremistische Inhalte nur selten

Empfehlungen der Redaktion

Wirtschaft

Umweltkatastrophe: Ahrtal: Über halbe Milliarde Euro Sachschäden für Wirtschaft

Regional rheinland pfalz & saarland

«Muss mehr kommen»: IHK will Schwung bei Biotech-Förderung

Regional rheinland pfalz & saarland

Umfrage: Große Mehrheit der Unternehmen für Impfpflicht

Regional rheinland pfalz & saarland

Soforthilfe für Unternehmen im Katastrophengebiet startet

Regional rheinland pfalz & saarland

Helfershuttle im Ahr-Flutgebiet plant Pause: Profis gesucht

Regional sachsen anhalt

Kammern zur Lage der Unternehmen: Schnelle Hilfen nötig

Regional sachsen

Handwerkskammer: Corona-Hilfen für Kosmetiker unzureichend

Regional sachsen

Stimmung bei Lausitzer Firmen wieder besser