Saarland wirbt mit neuer Kampagne für Corona-Impfung

19.07.2021 Im Saarland ist mittlerweile mehr als jeder Zweite vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Doch das Impf-Tempo lässt nach. Deshalb startet die Regierung nun eine neue Kampagne.

Eine Spritze liegt auf einem Impfpass. Foto: Friso Gentsch/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Eine neue Kampagne soll im Saarland noch mehr Menschen zu einer Corona-Impfung bewegen. Von einer verpflichtenden Impfung für Gesundheits- und Pflegekräfte wie etwa in Frankreich hält Saar-Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) indes nichts. «Im Moment meine ich, wir brauchen keine Impfpflicht», sagte sie am Montag in Saarbrücken. Zwar sei bei der Impfquote unter dem Pflegepersonal noch «Luft nach oben», sie denke aber nicht, dass es sich um Impfgegner handle: «Ich glaube eher, dass sich viele selbst vergessen haben bei der vielen Arbeit in den letzten 15 Monaten.»

Das Land setzt daher auf Appelle. So wurden laut Bachmann alle Altenhilfe-, Behinderten- und Jugendhilfe-Einrichtungen mit der Bitte angeschrieben, noch einmal mit Bediensteten zu sprechen, sich impfen zu lassen. Zudem startete die Regierung nun unter dem Motto «Das Saarland krempelt die Ärmel hoch» eine neue Impfkampagne.

Impfdosen und Termine in Impfzentren gebe es genug, die Buchungen hätten jedoch nachgelassen, teilte die Staatskanzlei mit. «Termine sind frei. Ich kann in drei Stunden ins Impfzentrum gehen und mich impfen lassen», sagte Regierungssprecher Alexander Zeyer (CDU) am Montag. Zunächst hätten sich viele Bürger nicht für eine Impfung angemeldet, weil sie keinen Termin zugeteilt bekommen sondern sich lieber einen aussuchen wollten. «Das können sie jetzt», betonte Zeyer.

Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) nannte das Impfen «unseren gemeinsamen Weg aus der Pandemie». Den Zugang dazu wolle man durch niedrigschwellige Vor-Ort-Angebote so einfach wie möglich machen. Auch Impfungen in Brennpunkten sind der Gesundheitsministerin zufolge wieder geplant. Am Wochenende hatte das Saarland nach Angaben des Ministeriums die Quote von 50 Prozent bei den vollständig Geimpften geknackt. Es sei die richtige Strategie gewesen, zuerst in Einrichtungen der Altenhilfe zu impfen und den Wirkstoff für die zweite Impfung zurückzuhalten, sagte Bachmann. Seit fünf Wochen gebe es in keiner Einrichtung eine Infizierung - weder bei Bewohnern, noch bei Altenpflegern.

«Aber es reicht uns nicht, zu sagen, wir sind die Besten», betonte Bachmann. «Wir wollen eine Quote von 70, 80 Prozent. Und da haben wir ein paar Baustellen.» Neben Aufklärung und Kampagnen könne sie sich auch vorstellen, weitere Anreize zu schaffen. Wie, das müsse noch geklärt werden. Auch die Anregung von Hans, eine Verlosung unter Impfwilligen durchzuführen, sei ja «nicht aus dem hohlen Bauch» gekommen, sondern abgesprochen gewesen.

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