Nibelungen-Festspiele mit gedämpfter Premiere

16.07.2021 Die Nibelungen-Festspiele in Worms planen wegen der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz eine gedämpfte Premiere des Stücks «Luther» am Freitagabend. «Gefeiert wird auf der Premiere nicht, das verbietet sich von alleine», teilte Intendant Nico Hofmann mit. «Wir sind in Gedanken bei den Betroffenen und werden im Ensemble zum Spenden aufrufen, wir gehen selbst hierbei mit gutem Beispiel voran.» Worms sollte ein Ort des Austauschs sein. «Die Möglichkeit der direkten Begegnung und des Sprechens über das, was wir erleben, führt nicht zuletzt zu Zusammengehörigkeit und Solidarität und mag in diesen schwierigen Tagen auch Trost spenden und helfen», sagte er.

Nico Hofmann, Intendant der Nibelungen-Festspiele. Foto: Uwe Anspach/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte wegen der Überschwemmungen ihr Kommen ebenso ab wie Klimaschutzministerin Anne Spiegel (Grüne) und Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt (FDP) sowie Innenminister Roger Lewentz (SPD). Kulturministerin Katharina Binz (Grüne) wird die Landesregierung in Worms vertreten.

Dreyer wünschte den Organisatoren telefonisch alles Gute. «Wäre dieses Unglück nicht geschehen, wäre ich heute mit Freude dabei gewesen, wenn endlich wieder Kultur, endlich wieder ein Festspielsommer mit zumindest 700 Zuschauerinnen und Zuschauern bei jeder Aufführung möglich ist.» Sie sprach von einem wichtigen Signal. «Die Nibelungen-Festspiele geben uns Zuversicht für mehr Normalität bei den kulturellen Angeboten, die wir alle in den vergangenen Monaten schmerzlich vermisst haben», sagte die Regierungschefin.

Der Wormser Oberbürgermeister Adolf Kessel sprach von den «schwersten Schäden, die unser Land seit langer Zeit erlitten hat». «Wir stehen an der Seite der Rheinland-Pfälzer, die betroffen sind, und möchten unser deutliches Mitgefühl äußern», betonte der CDU-Politiker.

Bei den diesjährigen Festspielen (16. Juli bis 1. August) spüren Autor Lukas Bärfuss und Regisseurin Ildikó Gáspár dem Schicksal von Martin Luther nach. Vor genau 500 Jahren hatte der Reformator sich beim Reichstag zu Worms geweigert, seine Thesen zu widerrufen.

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