Städte und Gemeinden bereiten sich auf Hochwasser vor

14.07.2021 Wegen anhaltenden Regens steigen in Rheinland-Pfalz die Pegel von Rhein und Mosel. Einige Städte und Gemeinden treffen wegen drohender Hochwasser vorsorglich Maßnahmen. Und der Deutsche Wetterdienst gibt noch keine Entwarnung.

Ein Feuerwehrfahrzeug steht auf dem Hof eines Feuerwehrgerätehauses. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Anhaltender Regen bereitet besonders Städten und Gemeinden rund um Rhein und Mosel Sorgen. Aufgrund steigender Pegelstände haben einige bereits vorsorglich Hochwasser-Maßnahmen getroffen. 

Die Koblenzer Feuerwehr appellierte an Anwohner, deren Häuser und Grundstücke bereits bei vergangenen Hochwassern betroffen waren, im Vorfeld nötige Sicherungsmaßnahmen zu treffen. Das Technische Hilfswerk stellte demnach Sandsäcke bereit. 

Die Einsatzkräfte begannen zudem am Mittwoch Hochwasserschutzwände aufzubauen. Im Stadtteil Neuendorf errichtete die Feuerwehr die Stützen einer Wand. Eine weitere Schutzwand im selben Stadtgebiet sei geplant. Außerdem wurden am Mittwoch laut Angaben der Stadt alle vier Hochwasserschutztore in Ehrenbreitstein geschlossen. In Neuwied kündigte die Feuerwehr an, am Donnerstag drei Deichtore zu schließen. 

Die Stadt Ludwigshafen rechnet im Uferbereich entlang des Rheins mit Überschwemmungen und Behinderungen. Einige Geh- und Radwege seien bereits gesperrt worden. Die Stadt kündigte zudem die Sperrung der Stadtparks auf der Parkinsel an.

Auch der beliebte Touristenort Kröv (Bernkastel-Wittlich) an der Mosel bereitete sich auf steigende Pegelstände vor. Das Moselufer ist geräumt worden, wie eine Sprecherin der Gemeinde sagte. Betroffen seien unter anderem ein Parkplatz sowie der Außenbereich eines Cafés. Ein Weinpicknick sei abgesagt worden. 

In der Eifelgemeinde Prüm war die Feuerwehr am Mittwoch seit dem Vormittag im Dauereinsatz, wie ein Gemeindesprecher sagte. Die Pegelstände der Bäche seien stark angestiegen, zahlreiche Keller vollgelaufen. Eine Straße musste kurzzeitig wegen Überspülung gesperrt werden. Die Feuerwehr verteilte demnach an die 5000 Sandsäcke in der Verbandsgemeinde. 

Die Polizei in Mayen (Kreis Mayen-Koblenz) meldete am Mittwoch aufgrund von aufgeweichter Erde einen umgestürzten Baum sowie Äste auf einer Landstraße. Die Beamten sicherten zudem die polizeiliche Tiefgarage mit Sandsäcken, um die dort geparkten Dienstfahrzeuge vor möglichen Wassermassen zu schützen. 

Am Pegel Maxau wurde am Mittwoch die Hochwassermarke II überschritten, sodass die Schifffahrt im Bereich zwischen den Schleusen Iffezheim bis Germersheim eingestellt werden musste. Im Bereich der Pegel Speyer und Worms bis Kaub war am Mittwoch die Hochwassermarke I weiterhin überschritten. Binnenschiffe mussten deshalb hier ihr Tempo drosseln und in der Mitte der Fahrrinne bleiben.

Grund für die steigenden Pegelstände sind anhaltende Niederschläge. Bisher seien die Regenfälle insgesamt aber «zurückhaltend» gewesen, sagte eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Punktuell regnete es in Rheinland-Pfalz demnach in den vergangenen Tagen 20 bis 30 Liter pro Quadratmeter. Das sei wenig im Vergleich zu den Mengen, die in Teilen von Nordrhein-Westfalen gefallen waren. 

«Der eigentliche Niederschlag kommt erst noch», sagte die Sprecherin. In der Nacht zum Donnerstag können demnach in Rheinland-Pfalz und dem Saarland lokal zwischen 60 und 80 Liter Regen hinzukommen. 

Das rheinland-pfälzische Umweltamt meldete eine «hohe Hochwassergefährdung» für das obere Kyll-Einzugsgebiet. Es sei mit Über-20-jährlichem Hochwasser zu rechnen. Das bedeutet, dass gemäß Modellrechnungen Hochwasser auftreten kann, das im statistischen Mittel nur etwa alle 20 Jahre einmal eintritt. Keller könnten überfluten und überörtliche Verkehrsverbindungen gesperrt werden.

Der Hochwassermeldedienst warnte insbesondere in Hinblick auf Campingplätze ab Mittwochnachmittag vor ufernahen Überflutungen in der Eifel an Mosel und Sauer. In der Nacht zum Donnerstag wird am Rhein-Pegel Maxau ein Zwischenhöchststand erwartet. Im Saarland warnte die Hochwassermeldetestelle vor überfluteten Straßen in den Einzugsgebieten der Nied und der oberen Prims.

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