Strom in in der Stadt etwas teurer als auf dem Land

11.07.2021 Strom ist für Privathaushalte in Rheinland-Pfalz in der Stadt geringfügig teurer als auf dem Land. Nach Berechnungen des Vergleichs- und Vermittlungsportals Check24 müssen ansonsten die Bewohner ländlicher Regionen im bundesdeutschen Durchschnitt zwei Prozent mehr für ihren Strom bezahlen. Das mache bei einem Jahresverbrauch von 4250 Kilowattstunden eine Differenz von etwa 21 Euro aus. In Rheinland-Pfalz liegt die Differenz bei 3 Euro, allerdings zuungunsten der Städter.

Die untergehende Sonne hat den Himmel hinter Hochspannungsleitungen verfärbt. Foto: Jens Wolf/zb/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In den Flächenländern ist sonst nur noch in Hessen der Strom in der Stadt teurer als auf dem Land. Haushalte auf dem Land in Mecklenburg-Vorpommern müssen dagegen durchschnittlich 121 Euro mehr zahlen als in der Stadt. Das ist die bundesweit größte Differenz.

«Der Strompreis ist auf dem Land häufig höher als in der Stadt, weil die Netznutzungsentgelte aufgrund der geringeren Einwohnerdichte auf weniger Personen verteilt werden», sagte Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei Check24. Untersuchungen des Vergleichsportals hatten schon in den vergangenen Jahren höhere Strompreise auf dem Land ergeben.

Das zeigen auch Zahlen der Bundesnetzagentur. Deutschlandweit hat die Behörde für das vergangene Jahr eine große Spanne bei den Netzentgelten ermittelt. Haushalte mussten zwischen knapp 4 Cent und mehr als 16 Cent pro Kilowattstunde zahlen. In den Städten seien die Kosten in der Regel niedriger als im Umland. Im Bundesdurchschnitt ermittelte die Behörde ein Netzentgelt von 7,5 Cent je Kilowattstunde, fast 4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Auf die Kosten für den Bau und den Betrieb der Stromnetze entfallen mehr als ein Fünftel des gesamten Strompreises für Haushalte.

Nach Angaben der Behörde sind die Leitungskosten vor allem in Schleswig-Holstein, Brandenburg, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern relativ hoch. Das hat auch mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien zu tun. Im Norden gehen immer mehr Windräder in Betrieb und müssen ans Stromnetz angeschlossen werden. «Die Kosten dafür legen die Betreiber des örtlichen Verteilnetzes anteilig auf die Stromkunden und -kundinnen um», erläuterte Check24-Energieexperte Suttner.

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