DLRG: Schwimmen im Rhein wie Radfahren auf Autobahn

28.06.2021 Die Sommerhitze lockt die Menschen an die Badegewässer und Flüsse. Das bringt Gefahren mit sich. Die DLRG warnt vor der starken Strömung, die oftmals auch guten Schwimmern keine Chance lässt.

Helfer der DLRG Wasserrettung stehen am Bodensee. Foto: Patrick Seeger/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Rheinland-Pfalz warnt dringend davor, in Flüssen zu baden. Manche Menschen würden die dort herrschende Strömung unterschätzen und an extrem heißen Tagen in den Flüssen baden, sagte ein DLRG-Sprecher am Montag. Zumal manche Schwimmbäder coronabedingt nur eine begrenzte Zahl von Badegästen zulassen. Vor allem die Strömung am Rhein sei gefährlich. Sie könne ein Tempo von etwa 12 Stundenkilometern erreichen: «Im Rhein zu baden ist ungefähr so sicher, wie mit einem Fahrrad auf der Autobahn zu fahren», sagte der Sprecher der DLRG.

So bestehe die Gefahr, dass Badende von der Strömung in die Flussmitte gezogen werden. «Dort sind die Strömungsverhältnisse so schwierig, dass selbst geübte Schwimmer kaum eine Chance haben, dagegen anzuschwimmen», sagte der Sprecher. Nicht zuletzt gehe auf dem stark befahrenen Rhein auch eine Gefahr durch Schiffe aus.

Am Wochenende war ein Badeunfall am Rhein-Strandbad von Oppenheim (Landkreis Mainz-Bingen) glimpflich ausgegangen. Rettungskräfte des DLRG hatte einen Jungen und dessen Vater aus dem Rhein gezogen, die im Fluss unterzugehen drohten. Das hatte ein dpa-Reporter berichtet, der vor Ort war. «Man muss sagen, dass der Vater gut reagierte und seinen Sohn hielt, bevor er weiter in den Fluss abtreiben konnte», sagte ein Sprecher der dortigen DLRG-Gruppe: «Der Vater hätte das Kind jedoch nicht mehr lange halten können. Insofern war es großes Glück, dass die DLRG in der Nähe eine Übung abhielt.»

Auch die Badegäste am Rhein-Strandbad hätten sich korrekt verhalten und rasch eine Liegewiese geräumt, so dass der Hubschrauber mit einem Notarzt an Bord landen konnte. «Der Junge hatte nach dem Unfall sein Bewusstsein nicht verloren. Wir gehen davon aus, dass nichts mehr nachkommt», sagte der DLRG-Mann mit Blick auf den Gesundheitszustand des Kindes. Der Vater habe keine ernsten Verletzungen davongetragen. «Aber es hätte auch ganz anders ausgehen können», sagte der Sprecher.

In Rheinland-Pfalz waren in den ersten acht Monaten des zurückliegenden Jahres 15 Menschen beim Baden ertrunken. Das waren 10 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, wie die DLRG damals mitgeteilt hatte. Unfallschwerpunkte waren Seen und Flüsse.

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