Kaum Verstöße gegen Ausgangsbeschränkungen im Saarland

25.04.2021 Seit Samstag gelten auch im Saarland die Regeln des bundesweiten Infektionsschutzgesetzes. Die allermeisten Menschen halten sich laut Polizei dran. Auch in Saarbrücken blieb es diesmal friedlich.

Einige wenige Passanten gehen durch eine Saarbrückener Fußgängerzone mit geschlossenen Geschäften. Foto: Oliver Dietze/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Eine Woche nach den massiven Verstößen gegen die Corona-Regeln in Saarbrücken ist es an diesem Wochenende ruhig geblieben. Die Ausgangsbeschränkung habe gewirkt, sagte ein Sprecher der Polizei in Saarbrücken am Sonntag. Auch in anderen Teilen des Landes war keine Rede von nennenswerten Verstößen gegen die Regeln des kürzlich in Kraft getretenen Infektionsschutzgesetzes.

Es gelten in einer Stadt oder einem Landkreis mit einer Sieben-Tage-Inzidenz - also den Ansteckungen binnen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner - an drei aufeinanderfolgenden Tagen von über 100 Ausgangsbeschränkungen zwischen 22.00 Uhr und 5.00 Uhr. Alleine spazieren oder joggen ist bis Mitternacht erlaubt.

Am vergangenen Wochenende hatten auf dem St. Johanner Markt in Saarbrücken knapp 500 Menschen gefeiert und Polizisten mit Flaschen beworfen. Dieses Mal gab es laut dem Landespolizeipräsidium keine groben Missachtungen der Auflagen. «Aus Sicht der Polizei verliefen die ersten landesweiten Kontrollen dieses Wochenendes größtenteils ruhig», sagte ein Sprecher der Behörde am Samstag. Die wenigen Verstöße zeigten, dass sich die Mehrheit «der Bevölkerung an die neuen Corona-Regeln hält». Es sei lediglich eine Schlägerei unterbunden worden. Auch die Nacht auf Sonntag blieb den Angaben zufolge ruhig.

Neuinfektionen mit dem Coronavirus sind im Saarland nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) binnen eines Tages 260 hinzugekommen. Seit Beginn der Pandemie vor mehr als einem Jahr im Land gab es somit 36 236 laborbestätigte Infektionen, wie das RKI mitteilte (Stand 3.09 Uhr). Die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen stieg auf 146,5 - am Samstag hatte sie noch bei 139,0 gelegen. Die Zahl der Menschen im Saarland, die im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben sind, gab das RKI mit 949 an. Das war ein Todesfall mehr als am Vortag. Alle Landkreise hatten Sieben-Tage-Inzidenzwerte zwischen 100 und 200.

Bis Samstagmorgen waren laut dem Impf-Dashboard des Bundesgesundheitsministeriums 25,3 Prozent von fast einer Million Saarländer mindestens einmal und 8,0 Prozent vollständig geimpft (Stand 9.40 Uhr). Damit lag das Saarland im Vergleich der Bundesländer bei den Erstimpfungen an erster und bei den vollständigen Impfungen an dritter Stelle. Im Verhältnis zur Bevölkerung hat das Land den Angaben zufolge mehr Impfstoff geliefert bekommen als jedes andere Bundesland. Einige besonders von Mutationen betroffene Bundesländer, darunter das Saarland, erhielten demnach Zusatzlieferungen.

Nach den Daten des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) lagen am Sonntag im Saarland 72 Corona-Patienten auf Intensivstationen in Krankenhäusern. 32 von ihnen wurden invasiv beatmet (Stand 12.15 Uhr). Insgesamt waren 409 von 493 Intensivbetten belegt.

Nun gehen die Blicke Richtung Montag, wenn der erste Unterrichtstag an den Schulen unter den Vorgaben der Bundesnotbremse ansteht. Sofern die Sieben-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 165 liegt, müssen die Schulen von Wechselunterricht auf Distanzunterricht umstellen. Ab dem fünften Tag nach Überschreiten des Schwellenwertes ist Präsenzunterricht untersagt. Ausnahmen gibt es für Abschlussklassen und Förderschulen. Die Testpflicht an Schulen wird durch das Bundesgesetz ausgeweitet auf die Grund- und Förderschulen.

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