Saisonstart mit Fragezeichen für Freibäder

24.04.2021 Kurz vor dem Start der Freibadsaison in Rheinland-Pfalz herrscht Unsicherheit. Wann können die Bäder öffnen? Und unter welchen Bedingungen? Als Vorlage könnten Konzepte vom Vorjahr dienen.

Eine Mitarbeiterin geht durch das Schwimmbecken eines Freibads. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mit einer Mischung aus Hoffen und Bangen blicken Freibäder in Rheinland-Pfalz auf die neue Saison. Wann können sie öffnen - und mit welchen Corona-Regeln? Das fragen sich Betreiber zwischen Eifel, Hunsrück und Pfalz. Üblicherweise beginnen viele Bäder bei schönem Wetter ihre Saison Mitte Mai.

«Wir hätten das Taubertsbergbad gerne zum 1. Mai geöffnet», sagt etwa Michael Theurer von den Stadtwerken in MAINZ. «Aber davon gehen wir derzeit nicht aus, weil keine Regelungen da sind.» Im Bad liefen die üblichen Vorbereitungen. «Die Becken sind aber noch nicht gefüllt.» Das Hygienekonzept von 2020 mit einem Onlinebuchungssystem habe sich bewährt, meint Theurer. «Aber ob künftig etwa ein aktueller Negativtest nötig ist, oder was mit Geimpften ist, ist unklar.»

Auch in LUDWIGSHAFEN laufen die Vorbereitungen. «Becken säubern, der Grünschnitt - alles in allem dauert der Vorlauf acht bis neun Wochen», sagt Stadtsprecherin Sandra Hartmann. Auch Ludwigshafen hätte gerne am 1. Mai geöffnet, damit rechnet die Kommune aber nicht. «Wir gehen von einer ähnlichen Saison wie 2020 aus. Damals konnten Tickets im Internet gebucht werden, und es gab Zeitfenster mit maximal 500 Besuchern.» Aus der Bevölkerung seien positive Reaktionen gekommen, erzählt sie. «Wir stehen in den Startlöchern.»

«Im vergangenen Jahr war unser Freibad wegen Bauarbeiten geschlossen», sagt Stadtsprecher Thomas Knaak in KOBLENZ. Derzeit finden dort letzte Arbeiten statt. «Wenn die Bäder wieder öffnen dürfen, werden wir mit einem abgestimmten Hygienekonzept aufwarten.» Sollte die Nutzung nur mit Zeitfenstern möglich sein, könne Koblenz ein Onlinebuchungs- und -bezahlsystem anbieten.

Auch im Südbad in TRIER laufen die Vorarbeiten. «Wir bereiten alles soweit vor, dass wir ab dem 1. Mai jederzeit betriebsbereit sind», sagt Anne Paris von den Stadtwerken. Je nach Pandemielage oder der dann gültigen Corona-Verordnung könne man wie im vergangenen Jahr zwei Slots von jeweils 3,5 Stunden anbieten. Das Nordbad in Trier bleibt wegen umfangreicher Sanierungsarbeiten 2021 geschlossen.

«Wir sind Standby», sagt Christoph Maurer von der Stadtverwaltung ANDERNACH. Im Freibad liefen letzte Arbeiten. «Es sind alle technischen Voraussetzungen gegeben, dass theoretisch am 1. Mai geöffnet werden könnte.» Der Termin ist aber unsicher. «Es fehlen die rechtlichen Voraussetzungen - sprich die entsprechenden Corona-Verordnungen der Landes.»

Im Freibad INGELHEIM und im Naturbad BINGEN sind die notwendigen Arbeiten, insbesondere Beckenreinigung und Inbetriebnahme der Badewasseraufbereitung, so geplant, dass man vom 15. Mai an bis Mitte September in die Saison starten könne, wie Geschäftsführer Dirk Osterhoff sagt - «wenn wir denn unter der Corona-Pandemie dürfen». Er geht von einer erneuten Besucherbeschränkung aus. Im vergangenen Jahr habe man eine «Besucher-Ampel» im Internet eingeführt, so dass jeder vor einem Besuch schauen konnte, ob sich die Anfahrt lohnt.

In KAISERSLAUTERN werden beide Bäder derzeit für den Start der Badesaison vorbereitet. «Das reguläre Öffnungsdatum wäre am 15. Mai», sagte Stadtsprecherin Anika Sedlmeier. Doch wann mit einer Freigabe zu rechnen sei, hänge von der Lage ab. «Die weitere Entwicklung bleibt dementsprechend abzuwarten.»

Einen anderen Weg geht Stefan Nerbas in MEISENHEIM. Er vermietet das Hallenbad an Privatpersonen, jeweils eine Stunde lang. «Das hat eingeschlagen wie eine Bombe, ich kann gar nicht alle Wünsche erfüllen», erzählt er. Möglich sei das Modell wohl auch, weil das Bad privat sei und nicht öffentlich. Man verdiene nicht wirklich etwas damit, sagt Nerbas. «Hauptsache, das Bad wird betrieben und nimmt keine Schäden. Ich hoffe, dass die Idee Nachahmer findet.»

Marco Vogt vom DLRG Landesverband Rheinland-Pfalz will nicht ganz ausschließen, dass Menschen auf der Suche nach Abkühlung an Seen und Flüsse gehen, wenn Bäder geschlossen sind. «Das kommt aber ganz auf das Wetter an.» Ein Problem sei eher, dass ohne Bäder kein Schwimmunterricht für Kinder angeboten werden könne. «Hinzu kommt die allgemein schlechte Lage der Bäder. Ob der Rückstau noch aufgefangen werden kann, ist unklar», meint Vogt.

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