Mainz gegen Bayern: Fokus auf Abstiegskampf statt Titelsause

23.04.2021 In Mainz wird am Samstag möglicherweise der neue deutsche Fußball-Meister gekürt. Die weiter abstiegsbedrohten Nullfünfer wollen daran nicht viele Gedanken verschwenden.

Der Mainzer Trainer Bo Svensson gestikuliert an der Seitenlinie. Foto: Carmen Jaspersen/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der FSV Mainz 05 will im Duell gegen den FC Bayern nicht als Staffage für die erwartete Meisterfeier der Münchner herhalten. Der mögliche Titelgewinn der Gäste in der Bundesliga-Begegnung am Samstag (15.30 Uhr/Sky) in der Opel Arena steht für Trainer Bo Svensson ohnehin im Hintergrund. «Wir gehen das Spiel nicht an, um bei den Bayern etwas zu verhindern. Der volle Fokus liegt auf unserem eigenen Spiel», betonte der 41 Jahre alte Däne am Freitag.

Bei zehn Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten RB Leipzig würde ein Sieg der Bayern am Samstag (15.30 Uhr/Sky) bei den vom Abstieg bedrohten Mainzern auch rechnerisch die Entscheidung im Titelkampf bringen.

Von einem Bonusspiel will Svensson nichts wissen. Weil der Begriff beinhalte, nichts zu verlieren zu haben. «Aber wann hatten wir mal nichts zu verlieren?», fragte der FSV-Coach. «Seitdem ich hier bin, war es gefühlt immer so, dass, wenn wir das nächste Spiel nicht gewinnen, wir im Abstiegskampf chancenlos sind.»

Davon kann inzwischen nicht mehr die Rede sein. Mit ihrer Serie von 14 Punkten aus den jüngsten sechs Spielen, insbesondere den Siegen gegen die direkten Konkurrenten aus Köln und Bremen, haben sich die nach der Hinrunde abgeschlagenen Mainzer auf den 13. Tabellenplatz vorgeschoben. Das Polster auf den Relegationsplatz mit der sich in Corona-Quarantäne befindlichen Hertha beträgt derzeit fünf Punkte. «Aber wir sind überhaupt noch nicht durch», warnte Svensson. «Wir müssen in die 450 Minuten, die noch zu spielen sind, alles reinlegen.»

Denn das Programm im Saisonendspurt ist knüppelhart: Nach dem Bayern-Spiel stehen noch die Partien gegen die Champions-League-Anwärter Eintracht Frankfurt, Borussia Dortmund und VfL Wolfsburg an. Mit einem guten Plan, viel Lust, einer mannschaftlich wie individuell guten Leistung und etwas Glück eröffne sich auch gegen die beste Mannschaft der Welt eine Siegchance, so Svensson: «Und wir wollen versuchen, unsere Möglichkeit zu nutzen.»

Auch wenn sich die Gegner nur bedingt vergleichen lassen, müsse die Grundlage des Vorhabens, gegen die Bayern zu punkten, eine bessere Leistung als bei den vorangegangenen Auswärtssiegen sein. Weder in Köln noch in Bremen war Svensson mit den Auftritten seiner Profis zufrieden, auch wenn die Ergebnisse stimmten. «Wir haben uns in beiden Spielen nicht getraut, an unsere Stärken zu glauben», erklärte er, sieht das aber als «ein Stück weit normal» an: «Es ist nicht selbstverständlich, immer das auf den Platz zu bringen, was wir über Wochen geschafft haben.»

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