Partys und Verstöße über Ostern: Behörden trotzdem zufrieden

06.04.2021 In Landau und Prüm feiern Menschen Partys, in Trier schlägt ein Restaurantgast zu, als er gebeten wird, zu gehen, weil er keinen negativen Corona-Test hat. Politik und Verwaltung ziehen trotzdem eine insgesamt positive Oster-Bilanz.

Roger Lewentz (SPD), Innenminister in Rheinland-Pfalz. Foto: Andreas Arnold/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Trotz Pandemie und Corona-Auflagen haben an mehreren Stellen in Rheinland-Pfalz Feiern oder Partys an Ostern für Polizeieinsätze gesorgt. Auf dem Landauer Ebenberg etwa verabredeten sich an Gründonnerstag und Karsamstag junge Menschen zum Feiern. Ein Teil der Feiernden sei dem städtischen Ordnungsamt und der Polizei bekannt. Sie müssten mit entsprechenden Bußgeldern rechnen, teilte die Stadtverwaltung Landau am Dienstag mit. Auf einem ehemaligen Militärgelände in Prüm feierten am Karfreitag rund 20 Personen in einer Radarstation mit Musik, Lasershow, Nebelmaschine und alkoholischen Getränken. Ungeachtet solcher Einzelfälle zeigte sich das Innenministerium in Mainz zufrieden mit den Feiertagen.

Trotz landesweit etwa 1200 polizeilich registrierter Verstöße habe die Polizei beim Großteil der Bürger Verständnis für die Maßnahmen festgestellt, bilanzierte Minister Roger Lewentz (SPD) am Dienstag. Ähnlich äußerte sich auch die Mainzer Ordnungsdezernentin Manuela Matz (CDU): Es habe Verstöße gegeben, «alles in allem war es aber recht ruhig». Matz äußerte sich auch zu einem Video aus den sozialen Medien. Demnach soll einem Wohnungslosen an Karfreitag ein Strafzettel über 50 Euro ausgestellt worden sein, weil dieser sich während der Ausgangssperre am Rheinufer aufgehalten hatte.

Der Vorfall werde intern geklärt, teilte Matz mit. «Sollten die Aussagen des Wohnungslosen zutreffen, dann möchte ich mich für diesen Vorgang bei dem Betroffenen entschuldigen», hieß es in der Mitteilung. Der Betroffene müsse die Strafe nicht bezahlen.

Auf die Party auf dem ehemaligen Militärgelände in Prüm war die Polizei nach Hinweisen in sozialen Netzwerken aus Belgien aufmerksam geworden. Gegen den Veranstalter sowie die anwesenden Gäste seien entsprechende Verfahren eingeleitet worden. 

Auf dem Landauer Ebenberg blieben nach der Feier mindestens sieben Feuerstellen, Glasscherben und ramponierte Bäume zurück, wie die Stadtverwaltung mitteilte. «Klar ist: Die aktuelle Situation ist für uns alle schwierig, ganz besonders für Kinder und Jugendliche. Das entschuldigt aber nicht das Verhalten auf dem Ebenberg, immerhin ein Naturschutzgebiet», betonte der Landauer Umwelt- und Ordnungsdezernent Lukas Hartmann (Grüne). 

In Trier eskalierte ein Restaurantbesuch aufgrund der geltenden Corona-Regeln. Ein Mann nahm mit weiteren Personen auf einer Terrasse eines Lokals Platz, ohne einen negativen Corona-Test vorweisen zu können. Als der Geschäftsführer die Gruppe zum Verlassen des Restaurants aufforderte, schlug der Mann dem Geschäftsführer ins Gesicht. Gegen ihn sei ein Strafverfahren wegen Körperverletzung eingeleitet worden.

Nach Angaben des Innenministeriums gab es über die Ostertage landesweit etwa 2700 Kontrollen. Etwa 600 zusätzliche Polizeikräfte seien dafür im Einsatz gewesen. Aufgrund des teils schönen Wetters seien insbesondere an Karfreitag viele Menschen an Ausflugszielen unterwegs gewesen. Betroffen waren demnach unter anderem der Pfälzer Wald sowie Uferpromenaden an Rhein, Mosel und Saar.

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