Vorbereitung auf Sprengung nach Felsrutsch

18.03.2021 Nach dem Felsrutsch auf der Güterzugstrecke im Mittelrheintal bereiten Spezialkräfte die Sprengung eines lockeren Felsens an dem Hang vor. Dafür sollten sie am Donnerstag bis zu vier Meter tiefe Löcher in die rund 1500 Kubikmeter Gestein bohren, wie eine Sprecherin der Deutschen Bahn (DB) am Donnerstag mitteilte. Die Sprengung sei für Samstag (20. März) geplant. Anschließend werde der Hang geräumt und stabilisiert. Dabei komme ein spezieller Zwölf-Tonnen-Bagger zum Einsatz.

Der Loreleyfelsen über dem Mittelrhein bei St. Goarshausen. Foto: Thomas Frey/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Bahnstrecke zwischen Loreley und Kamp-Bornhofen bleibt der Bahn zufolge in beiden Richtungen gesperrt. Eine «verlässliche Prognose» dazu, wann die Strecke wieder geöffnet werden kann, sei Anfang der kommenden Woche möglich. Voraussetzung sei, dass der Abschnitt «vollständig vom Geröll befreit ist und die Experten das Ausmaß der Schäden an der Infrastruktur beurteilen können». Auch die parallele Bundesstraße 42 blieb ist laut Polizei weiterhin gesperrt.

Am Montagmorgen waren bei Kestert unweit des weltberühmten Loreley-Felsens Felsplatten und Geröll auf die rechtsrheinischen Gleise gerutscht. Nach ersten Schätzungen sind laut Bahn «trotz professioneller Fangnetze» etwa 5000 Kubikmeter Steine und Geröll auf die Bahnstrecke gelangt. Einige der Steine seien bis zu zehn Tonnen schwer, teilte die Bahn mit. Verletzte gab es nicht, auch Fahrzeuge oder Züge wurden nicht getroffen.

Die rechtsrheinischen Gleise sind laut Deutscher Bahn Teil von Europas meistbefahrener Güterzugstrecke zwischen Genua und Rotterdam. Derzeit werden die Güterzüge über die linksrheinische Strecke umgeleitet, für den Nahverkehr hat das private Bahnunternehmen Vias Ersatz eingerichtet. Die Umleitung laufe problemlos, sagte eine DB-Sprecherin am Donnerstag. Im Welterbe Oberes Mittelrheintal mit vielen Steilhängen ist es schon öfters zu Hangrutschen gekommen.

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