Prozess um Leiche im Koffer: Sohn gesteht Tötung der Mutter

06.12.2021 Nach monatelangem Schweigen hat ein Arbeitsloser in Düsseldorf gestanden, seine Mutter umgebracht zu haben. Bei einem Streit habe er die Kontrolle verloren und zum Teppichmesser gegriffen.

Der 40-Jährige Angeklagte verbirgt im Düsseldorfer Landgericht sein Gesicht hinter einem Aktenordner. Foto: Martin Höke/dpa/Bildarchiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Im Prozess um die Tötung einer wochenlang vermissten Düsseldorferin hat ihr Sohn die Tat gestanden. Er habe seine Mutter im Streit umgebracht, räumte der wegen Totschlags angeklagte 40-Jährige am Montag am Düsseldorfer Landgericht nach monatelangem Schweigen ein. «Es tut mir unendlich leid, ich habe die Kontrolle verloren», sagte er.

Während der Tat habe er unter Drogen gestanden und seine Mutter sei alkoholisiert gewesen. Sie habe ihn aus der Wohnung werfen wollen, in die er nach der Pleite seiner Messebaufirma wenige Wochen zuvor eingezogen war. Das Verhältnis sei angespannt gewesen.

Der Fall hatte für Aufsehen gesorgt, weil die Polizei die im Keller deponierte Leiche der Frau übersehen hatte. Trotz einer großangelegten Suchaktion war der Koffer im Kellerverschlag zunächst nicht näher untersucht worden. Der arbeitslose Kaufmann gab zu, seine Mutter mit einem Teppichmesser umgebracht und die Leiche in dem Reisekoffer im Keller des Mehrfamilienhauses versteckt zu haben.

«Ich habe mich 2019 selbstständig gemacht und dann kam Corona.» Zunächst habe er seine Wohnung im benachbarten Erkrath verloren, sei dann bei Freunden untergekommen und später auf der Straße gelandet. Schließlich habe ihn seine Mutter aufgenommen, aber: «Es gab ständig Streit.» So auch am Tattag im Juni. Seine angetrunkene Mutter habe ihn massiv beleidigt und provoziert. Sie habe ihn angebrüllt: «Du musst heute raus.»

Polizisten berichteten am Montag als Zeugen, sie hätten den Mann in blutbefleckter Kleidung in der Wohnung angetroffen: «Der Mann war in tiefer Trauer, er hat geweint.»

Die Ermittlungen ins Rollen gebracht hatte der jüngere Bruder des Angeklagten. Der 37-Jährige hatte seine Mutter als vermisst gemeldet, nachdem er zwei Tage nichts mehr von ihr gehört hatte und sie nicht zur Arbeit erschienen war.

Bei der Polizei hatte er ausgesagt, seine Mutter habe ihm gegenüber beim letzten Telefonat angedeutet, Angst vor ihrem älteren Sohn zu haben.

Erst als eine Hausnachbarin Verwesungsgeruch im Keller wahrnahm, war die Leiche entdeckt worden. Die 58-Jährige war durch einen langen und tiefen Schnitt in den Hals getötet worden. Der 40-Jährige muss bei einer Verurteilung mit bis zu 15 Jahren Haft rechnen. Für den Prozess sind noch weitere Verhandlungstage angesetzt.

© dpa-infocom GmbH

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