Schweinekopf an Moschee-Tor: Staatsschutz ermittelt

06.12.2021 Ein Unbekannter befestigt einen Schweinekopf nachts vor einer Dortmunder Moschee an einem Gitter - wohl Reste eines Spanferkels. Der Staatsschutz ermittelt. Die Ditib-Gemeinde will sich nicht einschüchtern lassen.

Ein Blaulicht leuchtet auf dem Dach eines Polizeiwagens. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ein Unbekannter hat nachts einen Schweinekopf am Tor einer Dortmunder Moschee befestigt. Der Staatsschutz nahm die Ermittlungen auf. Es liege der Verdacht der Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen vor, teilte die Polizei am Montag mit. Bei dem halbierten Kopf handele es sich vermutlich um die Reste eines Spanferkels. Der Bereich sei videoüberwacht. Eine erste Auswertung der Aufnahmen weise auf einen männlichen Täter hin. Auch die «Ruhr Nachrichten» hatten darüber berichtet.

Der Vorstand der Ditib Selimiye Moscheegemeinde in Dortmund sprach von einer «widerlichen rassistischen Tat». In der Nacht zu Sonntag habe der Täter den Schweinekopf am Eingangstor der Moschee angebracht. «Diese abscheuliche und widerliche Tat wird von uns als Vorstand auf das Schärfste verurteilt.» Man werde sich nicht einschüchtern lassen. Fremdenfeindlichkeit, Islamfeindlichkeit und Rechtsextremismus dürften das friedliche Zusammenleben nicht stören, mahnte der Moscheevorstand.

Der Vorsitzende der betroffenen Ditib-Moscheegemeinde im Stadtteil Eving sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Wir können als Beweggrund für diese Tat nur von einem islamfeindlichen Hintergrund, von einem islamfeindlichen Gedankengut ausgehen.» Auf dem Video sei die Person nicht gut zu erkennen, sagte Adem Sönmez. Man sehe aber, dass die Person etwas aus der Tasche ziehe, ans Gitter hänge, mehrere Fotos mache, auch mindestens ein Selfie, und dann offenbar in aller Ruhe wieder weggehe. Ein Kind habe den Kopf am Sonntagvormittag entdeckt.

Die Polizei sucht Zeugen, die in der Nacht zu Sonntag gegen 3.30 Uhr eine verdächtige Person am Tatort gesehen haben. Zu klären sei auch, ob es in der Nähe eine Feier gegeben habe, von der der Kopf des Spanferkels stammen könnte. «Kann ein Partyservice oder Metzger Hinweise zu einem zeitnahen Verkauf von einem Spanferkel machen, der mit der Tat in Verbindung stehen könnte?», fragten die Ermittler zudem.

Nach Angaben eines Polizeisprechers ist der Schweinekopf bereits entsorgt worden. Man habe neben dem Überwachungsvideo auch eine Alufolie sichergestellt, in der er wohl eingewickelt war.

Bei der türkisch-islamischen «Eving Selimiye Camii» handele es sich um die größte Moscheegemeinde in Dortmund mit rund 600 Mitgliedern, schilderte Sönmez. Zusammen mit deren Familien seien es etwa 2500 Muslime, die in die Gemeinde kämen. Bezirksbürgermeister Oliver Stens (SPD) und der Landtagsabgeordnete Volkan Baran (SPD) hätten vor Ort ihre Solidarität mit der Gemeinde ausgedrückt.

© dpa-infocom GmbH

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