Trampolin-Verbot erregt die Gemüter in Düsseldorf

04.12.2021 Ein Trampolin-Verbot sorgt in Düsseldorf derzeit für Diskussionen und Unmut. Wie die Stadtverwaltung auf Anfrage bestätigt, hält sie die zahlreichen Hüpf- und Sprunggeräte in den städtischen Kleingärten für «nicht zustimmungsfähig».

Ein schneebedecktes Trampolin steht in der winterlichen Landschaft. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Familienväter wie Sebastian Jost (34) verstehen das nicht. War doch der gepachtete Garten in Zeiten des Lockdowns wertvolle letzte Zuflucht für seine vier Kinder, als Spielplätze und Sportanlagen geschlossen waren. Wohl dem, der einen Garten hatte, in dem die Kinder sich bewegen konnten.

Doch dann sah er vor einigen Wochen den Aushang seines Gartenvereins am Schwarzen Brett: Trampoline seien Flächenversiegelung und keine Spielgeräte für Kleinkinder - hätten demnach in den Gärten nichts zu suchen. Jost sieht das anders: «Der Regen tropft ja durch das Sprungtuch, die Fläche ist nicht versiegelt.»

Auch das Argument, es handele sich um Spielgeräte für ältere Kinder und Erwachsene, will er so nicht stehen lassen: «Auf den Geräten ist eine Altersempfehlung ab drei Jahren. Der TÜV Rheinland stuft sie als Kinderspielgeräte ein.» Josts Kinder sind zwischen zwei und acht Jahre alt.

Drittens argumentiert die Stadt, Trampoline entsprächen nicht der «kleingärtnerischen Nutzung», also der Obst- und Gemüseerzeugung und der Erholung. «Die Stadt schreibt an anderer Stelle selbst, dass sich der Nutzen der Kleingärten geändert habe und die Gärten auch der Freizeit dienen», sagt Jost. Außerdem sei er trotz Trampolin ein vorzeigbarer Selbstversorger und Kleingärtner: «Bei uns wachsen zum Beispiel Kartoffeln, Tomaten, Zucchinis und Kürbisse», sagt er.

Nun hat Jost eine Petition gestartet, will die Stadt so zwingen, sich mit dem Thema erneut zu beschäftigen. 1300 Menschen haben sie bereits unterzeichnet - davon über 900 aus Düsseldorf. Benötigt werden allerdings 3600 Unterzeichner aus Düsseldorf, um das Quorum zu schaffen.

Sollte das nicht gelingen, würde er es sogar auf einen Rechtsstreit ankommen lassen, sagt Jost: «Trampoline sind portabel. Für einen Tisch brauche ich schließlich auch keine Genehmigung.» Lieber wäre ihm natürlich, die Stadt ließe von ihrem Ansinnen ab, die Trampoline zu verbannen.

© dpa-infocom GmbH

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