Land förderte Heimat-Projekte mit gut 82 Millionen Euro

03.12.2021 Heimatkalender, Foto- und Musikprojekte: Die Landesregierung hat für Projekte wie diese 82 Millionen Euro ausgegeben. Die Grünen sprechen von verfehlter Prioritätensetzung.

Ina Scharrenbach (CDU), Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung von NRW, spricht im Plenum des Landtags. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Das vor vier Jahren geschaffene nordrhein-westfälische Heimat-Ministerium hat bisher rund 4700 Projekte mit gut 82 Millionen Euro gefördert. Das gab Ministerin Ina Scharrenbach (CDU) am Freitag bekannt. Damit sei vor allem das ehrenamtliche Engagement der Bürger gefördert worden.

Ziel der Förderung sei es, Menschen für lokale und regionale Besonderheiten zu begeistern, Vielfalt und Gemeinsinn zu stärken. Fünf Förderelemente - Heimat-Scheck, Heimat-Preis, Heimat-Fonds, Heimat-Werkstatt und Heimat-Zeugnis - stehen zur Verfügung. Den Löwenanteil der Förderung machte das Heimat-Zeugnis mit 62 Millionen Euro aus.

Lobend erwähnt wurde seitens des Ministeriums etwa der Gewinner des Landes-Heimat-Preises 2020, der Verein «Flüchtlingshilfe Alpen». Im niederrheinischen Dorf Alpen hätten sich rund 250 Menschen aus 14 Nationen im Musikprojekt Alpenmusik zusammengefunden. In der Ruhrgebietsstadt Bottrop sei das Fotoprojekt «Bottrop im Detail» gefördert worden. Im sauerländischen Balve sei es das Projekt «365 Tage Heimat» gewesen, aus dem ein Heimatkalender hervorgegangen sei.

Kritik kam von den Grünen: Zukunftsorientierte Stadtentwicklung erfordere mehr, teilte Johannes Remmel, Sprecher für Stadtentwicklung der Grünen im Landtag mit. Die Ministerin bleibe Gesamtkonzepte für Quartiere und Städte schuldig, streiche sogar an anderer Stelle Mittel für strukturschwache Quartiere und lasse die Kommunen mit den Schulden durch Corona und Strukturwandel allein.

Die Prioritätensetzung gehe völlig an der Realität und den wahren Problemen der Kommunen vorbei. «Mit Heimatpreisen und Blumenkübeln kann man sicherlich Verschönerungen anstoßen, die innovative Entwicklung einer lebenswerten Heimat für alle geht jedoch anders», kritisierte Remmel.

Damit durch die Corona-Pandemie kein Verein in existenzbedrohliche Schieflage gerate, sei das Sonderprogramm «Heimat gestalten, Brauchtum pflegen, Werte vermitteln und Gemeinschaft bilden» aufgelegt worden, teilte das Ministerium weiter mit. Es gebe rund 120.000 eingetragene Vereine in Nordrhein-Westfalen.

Mit dem Sonderprogramm «Neustart miteinander» stünden insgesamt 54 Millionen Euro bereit für Veranstaltungen, die dazu beitragen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Gemeinwesen zu stärken. Eingetragene Vereine können einmalig zwischen 500 und 5000 Euro als Zuschuss für eine öffentliche Veranstaltung beantragen. Die Antragsfrist endet am 31. Mai 2022.

© dpa-infocom GmbH

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