Viele Unfälle in NRW nach Schneefall: Mehrere Verletzte

29.11.2021 Im Sauerland kracht es nach Schneefall immer wieder auf den Straßen. Nahe Siegen wird eine Familie schwer verletzt. Laut Wetterdienst sind kalte Luftmassen polaren Ursprungs im Land aktiv.

Das Blaulicht an einem Polizeiauto leuchtet. Foto: Patrick Pleul/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mit einsetzendem Schneefall ist es am Montag im Sauerland und Teilen des Siegerlands zu mehreren Unfällen gekommen - teilweise mit Verletzten. Nahe Siegen rutschte ein Auto von schneeglatter Fahrbahn in eine Böschung hinab und prallte gegen einen Baum. Der 28-jährige Fahrer, seine Frau (27) und ihr zweijähriges Kind kamen schwer verletzt in eine Klinik, wie die Polizei in Siegen mitteilte. Bei weiteren witterungsbedingten Unfällen sei es bei Sachschäden geblieben. Über den schweren Unfall hatte zunächst die «Siegener Zeitung» berichtet.

«Es kracht am laufenden Band», meldete die Polizei des Märkischen Kreises aus dem Sauerland via Twitter. Nach einer vorläufigen Bilanz kam es zu 44 wetterbedingten Verkehrsunfällen - darunter Kollisionen oder auch Autos, die im Straßengraben landeten. Es habe bei drei Unfällen insgesamt fünf Leichtverletzte gegeben, berichtete die Polizei. Gegen 09.00 Uhr habe es angefangen zu schneien und seitdem ununterbrochen «gerappelt», sagte ein Sprecher. Die Kollegen seien pausenlos im Einsatz. Vor allem in den höheren Lagen bleibe der Schnee liegen. Eine wichtige Landstraße, die Lüdenscheid und Werdohl verbinde, sei zwei Stunden blockiert gewesen. Dort habe sich ein Wagen überschlagen. Wenig später seien zwei Busse ineinander gerutscht.

Laut Deutschem Wetterdienst waren am Montag kalte Luftmassen polaren Ursprungs aktiv, das werde auch in den nächsten Tagen so bleiben. Vor allem im Bergischen Land und im Sauerland seien bis zu drei Zentimeter Neuschnee möglich. Auch in der Eifel sei mit einzelnen Schnee- oder Schneeregenschauern zu rechnen.

Aus anderen Teilen des Landes hieß es, die Lage sei ruhig. Die Polizei im Oberbergischen Kreis verzeichnete lediglich einen Glatteis-Unfall - in Bergneustadt, ohne Verletzte. Für den Rheinisch-Bergischen Kreis sagte ein Polizeisprecher, es gebe keine besonderen Vorkommnisse und «nur ein bisschen Schneeregen». Aus Daun in der Eifel wurden zwei kleinere Unfälle gemeldet. In Dortmund waren einige Straßen von Schneematsch bedeckt. «Wir haben keine Auffälligkeiten, die Straßen sind frei», sagte ein Polizeisprecher.

In der Nacht zum Dienstag kann es dem DWD zufolge besonders im Bergland glatt werden - nach erneuten Niederschlägen und Schnee in höheren Lagen. Ab 600 Meter Höhenlage seien am Dienstag auch bis zu zehn Zentimeter Neuschnee in wenigen Stunden möglich. Doch auch in den höheren Lagen werde der Schnee schnell abtauen, sagte ein Meteorologe - bei Temperaturen zwischen vier und neun Grad. Der Wetterdienst warnte vor stürmischen Böen am Dienstag und Mittwoch.

Der Herbst war in NRW - wie insgesamt in Deutschland - nach einer DWD-Bilanz etwas zu warm, zu trocken und mit mehr Sonnenschein. Die Durchschnittstemperatur fiel mit 10,5 Grad um ein Grad höher aus als der Mittelwert der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Die Niederschlagssumme lag mit nur knapp 135 Litern pro Quadratmetern deutlich unter dem vieljährigen Vergleichswert von 208 Litern. Die Sonnenscheindauer war mit fast 330 Stunden erheblich länger als im Mittel der Vergleichsperiode mit 294 Stunden.

Laut Ruhrverband war es auch im Ruhreinzugsgebiet 2021 wieder zu trocken: Das 13. Mal in Folge habe es weniger geregnet als im langjährigen Mittel, berichtete der Verband zum «Abflussjahr», das in der Wasserwirtschaft immer zum 31. Oktober endet. Trotz der Flutkatastrophe vom Juli habe sich «die längste Abfolge zu trockener Abflussjahre seit Aufzeichnungsbeginn ungebrochen fortgesetzt».

© dpa-infocom GmbH

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