Smarte Technik überall: Schau zu KI im Alltag

11.11.2021 Smarte Haushaltsgeräte, selbstfahrende Autos und Datenwolken: Künstliche Intelligenz ist längst keine Zukunftsmusik mehr. Eine neue Ausstellung in der Dasa in Dortmund lotet die Chancen und Risiken der Technologie aus.

«Siri» und «Alexa» unterhalten sich in der Sonderausstellung «Künstliche Intelligenz» miteinander. Foto: Roland Weihrauch/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Sprachassistenten hören längst in vielen Haushalten mit, in der Medizin kann smarte Technologie Krankheiten frühzeitig erkennen, mitdenkende Regentonnen versprechen das Mikroklima in der Stadt zu verbessern: Künstliche Intelligenz (KI) durchdringt längst unseren Alltag. So lautet die zentrale Botschaft einer neuen Schau in der Dasa Arbeitswelt Ausstellung in Dortmund.

Nach einem Gang durch die kurzweilige wie lehrreiche Schau mit ihren vielen interaktiven Elementen, Videos, kurzen Texten und vielfach anfassbaren Exponaten, soll der Besucher auch begreifen: Die neuen smarten Technologien bergen Risiken, sind aber doch alles andere als eine reine Schreckensvision der totalen Kontrolle - wenn wir nur durchschauen, wie sie funktionieren.

«Wir wollen dabei auch einen Mythos entzaubern», sagte Projektleiter und Kurator Philipp Horst bei der Vorstellung der Wechselausstellung. Im Spiel mit Utopie und Dystopie sollen die Mechanismen und Ambivalenzen Künstlicher Intelligenz für eine junge Zielgruppe erlebbar werden.

Und so wandelt der Besucher durch das Smart Home, in dem Sprachassistenten wie «Siri» und «Alexa» miteinander streiten und die Zahnbürste Putzerfolge bewertet. Videos veranschaulichen welche Triebkräfte hinter der Entwicklung künstlicher Intelligenz stecken: Das Streben nach Macht, Kontrolle und Profit einerseits - der Wunsch nach Bequemlichkeit, Erkenntnisgewinn und die Vorstellung der Maschine als besserer Mensch andererseits. «Die KI ist immer nur so schlau, wie der Mensch, der sie programmiert», betont Horst. Sofern sie den Menschen überflügele, sei das immer nur eine «absolute Inselbegabung».

Solche Spezialtalente jedoch kann sich der Mensch zunutze machen: Die Stadt der Zukunft integriert KI als selbstfahrende Autos oder schlaue Regenauffangsysteme. In der Industrie erleichtern Drohnen und Roboter die Arbeit. Medizinern kann automatisierte Mustererkennung bei der Früherkennung von Krankheiten helfen, wie etwa ein an der Uni Bochum entwickeltes Tool zeigt: Das System kann über eine VR-Brille minimale Bewegungsabnormalitäten der Patienten erkennen und so etwa bei der sehr frühen Diagnose von Parkinson Hilfestellung leisten.

Auf dem verwinkelten Weg durch das bunt gestaltete Ausstellungs-Setting wird der Besucher dabei auch immer wieder mit Problemen und Grenzen der KI konfrontiert. So fordert ein Entscheidungsspiel Antworten auf ethische Fragestellungen zur Programmierung selbstfahrender Autos: Wer soll sterben, wenn ein tödlicher Crash unvermeidbar ist? Die Passagiere? Das Kind auf dem Zebrastreifen?

Eindrücklich ist auch der Effekt, der sich im letzten Teil der Ausstellung einstellt, als der Besucher begreifen muss, wie er selbst permanent zum Objekt von Überwachung wird. Wie verändert es mein Verhalten, beobachtet zu werden? Welche Macht gibt es mir, andere zu kontrollieren?

Tatsächlich endet die Schau aber mit einer Perspektive, die Mut machen und zum Mitgestalten der schönen smarten Welt anregen will: So gibt es Schminktipps zum Verwirren von Gesichtserkennungssoftware und eine Bau-Anleitung für einen Aufsatz für Sprachassistenzsysteme, der mit Störgeräuschen für mehr Privatsphäre im eigenen Zuhause sorgt.

Die Ausstellung ist ab Samstag für Besucher geöffnet und dann bis zum 9. August 2022 zu sehen. Anschließend tourt die Schau durch die Technikmuseum von Granada, Stockholm und Wien, die an der Konzeption mitgewirkt haben.

© dpa-infocom GmbH

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