Pony-Risse: Ministerium prüft Rechtslage für Wolf-Abschuss

02.11.2021 Nach der Tötung mehrerer Ponys im Wolfsgebiet Schermbeck hat das NRW-Umweltministerium ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben. «Die aktuelle räumliche und zeitliche Häufung von Übergriffen gibt Anlass, die derzeitige Lage erneut genau zu prüfen und gegebenenfalls neu zu bewerten», teilte das Ministerium am Dienstag in Düsseldorf auf Anfrage mit. Die «NRZ»- und die «Bild»-Zeitung hatten zuvor berichtet.

Ein Wolf steht in einem Wildpark im Gehege. Foto: Oliver Berg/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Das Gutachten soll klären, ob ein Wolf als verhaltensauffällig gelten und zur «Entnahme», sprich Abschuss, freigegeben werden muss. Wölfin Gloria, auf deren Konto die meisten Risse in dem Gebiet gehen sollen, wird vom Ministerium dabei nicht namentlich erwähnt. Die DNA-Analysen der letzten Vorfälle lägen noch nicht vor, hieß es dazu. Im Oktober waren drei Ponys und ein Kleinpferd gerissen worden.

Die Förderung von Schutzmaßnahmen gegen den Wolf soll auf Pferde und Kleinpferde ausgeweitet werden, hatte Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) danach angekündigt. Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hatte eine Entnahme der Wölfin Gloria im Mai noch abgelehnt.

Ein Schäfer hatte beantragt, dass Gloria als Problemwolf entnommen wird. Er hatte 29 Tiere - 26 Prozent seiner Herde - eingebüßt. Doch das Gericht zeigte sich in Düsseldorf nicht überzeugt, dass dem Schäfer auch in Zukunft ernsthafter Schaden drohe, weil die Vorfälle stark rückläufig waren.

Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass sich die Wölfin auf das Reißen von Schafen spezialisiert habe. Der Schäfer wollte den Kreis Wesel, zu dem Schermbeck zählt, verpflichten, eine Ausnahmegenehmigung nach dem Bundesnaturschutzgesetz zu erteilen, damit die Wölfin als verhaltensauffällig getötet werden darf.

Der Wolf gehört zu den streng geschützten Tierarten, seine Tötung ist nur in Ausnahmefällen möglich. Schermbeck liegt rechtsrheinisch zwischen Niederrhein und Münsterland.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Top News

1. bundesliga

Bundesliga: «Botschafter» Lewandowski und Haaland als Duo bei FIFA-Kür

Job & geld

Arbeitsrecht: Muss ich während meiner Quarantäne arbeiten?

Auto news

Jahrgang 2010 bis 2017: Nicht ohne Mängel: Der BMW 5er aus zweiter Hand

Tv & kino

Retro-Show: «Wetten, dass..?» geht 2022 und 2023 weiter

Internet news & surftipps

Corona-Pandemie: Luca-App ändert Geschäftsmodell und senkt Preise

Tv & kino

Filmpreis: Abtreibungsdrama «Happening» gewinnt Prix Lumière

Internet news & surftipps

Gebührenstreit: Amazon UK akzeptiert wieder Visa-Kreditkarten

Internet news & surftipps

Extremismus: BKA: Telegram löscht rechtsextremistische Inhalte nur selten

Empfehlungen der Redaktion

Regional nordrhein westfalen

Forderungen nach Wolfsabschuss am Niederrhein werden lauter

Regional nordrhein westfalen

Wolfsattacke auf trächtige Schafe: Schäfer fordern Jagd

Regional nordrhein westfalen

Wolfs-Hotline für Tierhalter: Pony-Angriffe beunruhigen

Regional nordrhein westfalen

Ministerium: Wölfe töten trotz Ponyrissen keine Option

Regional nordrhein westfalen

NRW will mögliche Wolfabschüsse regeln - Schutz für Ponys

Regional nordrhein westfalen

Bürger im Wolfsgebiet kritisieren Abschussverbot

Regional bayern

Politik und Experten streiten um Abschuss von Wolf

Regional rheinland pfalz & saarland

Wolf mit Problemen? Landrat fordert mehr Schutz