«Maria 2.0» will 20.000 Protest-Postkarten an Papst schicken

25.10.2021 Die katholische Reforminitiative «Maria 2.0» will Papst Franziskus anlässlich der Eröffnung der Weltsynode reihenweise Protestpostkarten schicken. Mit rund 20.000 gleichlautenden Postkarten will die Bewegung das Kirchenoberhaupt auf ihre Forderungen für Gleichberechtigung von Frauen in der Kirche und gegen patriarchale Strukturen aufmerksam machen. «Ich weiß nicht, wie lange ich es in dieser Kirche noch aushalten kann und will!» steht dort geschrieben. Die Absender prangern «hermetische Kleriker-Bünde» in der Kirche an, die zur «Vertuschung der sexualisierten Gewalt beigetragen haben». Papst Franziskus solle mit der Protestaktion aufgefordert werden, die Probleme in der weltweiten Synode aufzugreifen und Frauen in diesen Prozess mit einzubeziehen, teilte die Initiative «Maria 2.0» am Montag mit.

Ein Mitglied der Initiative Maria 2.0 trägt einen Anstecker der Bewegung. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wie ein Sprecher der Initiative sagte, stammt die Idee aus der «Maria 2.0»-Gruppe in Hamburg, stieß aber bei überregionalen Koordinierungs-Treffen schnell auch in zahlreichen weiteren Gemeinde- und Bistumsgruppen bundesweit auf Begeisterung. Die 20.000 Postkarten sollen vom 1. bis zum 6. November verschickt werden. «Wir wollen den Vatikan mit diesen Postkarten buchstäblich zumüllen, damit die Verantwortlichen dort endlich aufmerksam werden, dass es so nicht weitergehen kann», sagte Sprecher Altfried Norpoth, der auch für die bundesweite Koordination der Aktion zuständig ist.

Papst Franziskus hatte die von ihm erdachte zweijährige Weltsynode am 10. Oktober eröffnet. Bei einer Konferenz der Weltbischöfe will er im Herbst 2023 über neue Regeln innerhalb der Kirche beraten, die dann in einem Apostolischen Schreiben verankert werden. Dieses soll ein Leitfaden für Reformen in der Kirche sein, an denen sich dann weltweit alle Gemeinden orientieren können. Zur Vorbereitung werden zunächst bis April 2022 die Gläubigen über den Zustand der Kirche angehört. Der Papst nennt das «Phase des Zuhörens und der Konsultation» und lädt auch Laien dazu ein.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News