Laschet sieht Mitgliederbefragung zu CDU-Vorsitz kritisch

16.10.2021 Unionskanzlerkandidat Armin Laschet hat sich skeptisch über eine Mitgliederbefragung zur Wahl eines neuen CDU-Bundesvorsitzenden geäußert. Auch ein Bundesparteitag sei «immer noch ein sehr gutes Instrumentarium, um die Breite der Partei abzubilden», sagte der Parteichef am Samstag beim Deutschlandtag der Jungen Union in Münster. Man solle nicht so tun, als entschieden Bundesparteitage mit mehr als 1000 Delegierten an der Basis vorbei.

Armin Laschet spricht beim Deutschlandtag der Jungen Union. Foto: Marcel Kusch/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

«Ich bin nicht prinzipiell dagegen», sagte Laschet zur Frage der Mitgliederbefragung. «Wir können das mal machen.» Man sollte aber auch anerkennen, dass es in Konsensgesprächen leichter sei als in Mitgliederbefragungen, mehr junge Leute und Frauen in Vorstandsposten zu bekommen.

Laschet appellierte an die Union, sie müsse wieder lernen zusammenzustehen, wenn die Angriffe von außen härter würden. Solche Kämpfe wie den zurückliegenden Bundestagswahlkampf könne man «nur durchstehen, wenn man untereinander solidarisch ist und eine Kampftruppe ist». Mehr Geschlossenheit sei auf jeden Fall eine Lehre aus dem schlechten Bundestagswahlergebnis.

Laschet sagte vor den Delegierten, es sei «eine Legende», dass Wolfgang Schäuble quasi entschieden habe, wer Kanzlerkandidat der Union werden solle. Das sei «grober Unsinn».

Eine Schwäche der Union und eine Schwächung im Wahlkampf sei es gewesen, dass aus Vorstandssitzungen heraus Medien quasi über den Liveticker informiert worden seien. «Solange ich CDU-Vorsitzender bin, gilt Handyverbot», sagte Laschet zu den Sitzungsregeln.

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