Weiter keine Lösung im Tarifkonflikt des NRW-Einzelhandels

22.09.2021 Düsseldorf dpa/lnw) - Im Tarifkonflikt des nordrhein-westfälischen Einzelhandels hat auch die sechste Verhandlungsrunde keine Lösung gebracht. Die Gewerkschaft Verdi und die Arbeitgeber gingen am späten Dienstagabend auseinander, ohne einen neuen Verhandlungstermin zu vereinbaren.

Eine Warnweste mit der Aufschrift «ver.di». Foto: Tom Weller/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Gewerkschaft drohte mit Streiks im beginnenden Weihnachtsgeschäft. Die Gewerkschaft warf den Arbeitgebern vor, auf Zeit zu spielen. Die Arbeitgeber wollten «ihr einseitiges Lohndiktat mit aller Kraft durchsetzen», sagte Verdi-Verhandlungsführerin Silke Zimmer laut Mitteilung.

«Wir haben die Aufgabe, einen Tarifvertrag zu entwickeln, der für alle tragbar ist. Da sind wir noch weit voneinander entfernt», sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands NRW, Peter Achten. Die Arbeitgeber fordern, den Teil der Branche, der besonders hart von den Auswirkungen der Pandemie betroffen gewesen sei, vor zu hohen Kostenbelastungen zu schützen. «Wir können nicht Geschäftsentwicklung von Boombranchen zum Maßstab für einen Tarifabschluss machen», sagte Achten.

Die Tarifverhandlungen für rund 500.000 sozialversicherungspflichtig und knapp 200.000 geringfügig Beschäftigte hatten bereits im Mai begonnen. Verdi war mit der Forderung nach 4,5 Prozent und 45 Euro mehr Gehalt, Lohn und Ausbildungsvergütung und ein Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde in die Verhandlungen gegangen.

Die Arbeitgeber hatten nach eigenen Angaben zuletzt bei 24 Monaten Laufzeit zwei Prozent mehr Geld im ersten und 1,8 Prozent im zweiten Jahr geboten. Dem Arbeitgeber sollte es allerdings überlassen werden, die Tariferhöhung im ersten Jahr in Form von vier zusätzlichen Urlaubstagen umzuwandeln. Insgesamt sehe das Arbeitgeberangebot zudem fünf Nullmonate vor.

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