Laschet rechnet mit knapper Wahl

18.09.2021 Laschet kämpft - auch in Westfalen, wo er seine Anhänger nicht mehr groß von sich überzeugen muss. Der Unions-Kanzlerkandidat meint zu spüren: «Da bewegt sich was.» Auch eine Dreierkoalition mag er nicht ausschließen.

Armin Laschet (CDU) spricht im Festzelt eines Schützenvereins im Rahmen seiner Wahlkampftour. Foto: Friso Gentsch/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Eine Woche vor der Bundestagswahl gibt sich Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet trotz anhaltenden Rückstands in den Umfragen weiter zuversichtlich. «Das ist eine sehr knappe Wahl, ein sehr knappes Rennen», sagte Laschet am Samstag am Rande einer Wahlkampfveranstaltung der CDU im nordrhein-westfälischen Delbrück-Steinhorst vor Journalisten.

In seiner Rede vor rund 500 CDU-Anhängern sagte er: «Jetzt haben wir noch acht Tage Zeit, und wir spüren alle, da bewegt sich was.» Er unterstrich seine kritische Haltung zu Wahlumfragen. «Umfragen sind Umfragen - jeden Tag eine neue Klickumfrage.» In diesen Umfragen seien eine ganze Menge Menschen nicht erfasst. «Aber am nächsten Sonntag wird nicht geklickt, da wird ein Zettel ausgefüllt. Da wird dann abgestimmt und dann werden auch die vielen, die man meistens nicht fragt, ihre Stimme artikulieren können.»

Die SPD mit Kanzlerkandidat Olaf Scholz lag in den letzten Umfragen mit etwa 25 Prozent Zustimmung stets mehrere Punkte vor CDU und CSU. Meinungsforscher sehen die Grünen mit deren Bewerberin Annalena Baerbock weiterhin auf dem dritten Platz.

Laschet sprach sich dafür aus, dass «die Demokraten in der Mitte zusammenarbeiten, pfleglich miteinander umgehen». Baerbock, Scholz und er machten keinen persönlichen Wahlkampf, sagte Laschet bei einer weiteren Wahlkampfveranstaltung am Samstag im westfälischen Warendorf. «Weil wir wollen, dass nach dieser Wahl, einen Tag nach dem nächsten Sonntag, Demokraten eine neue Regierung bilden müssen. Und wie wir heute spüren, können das theoretisch sogar drei Parteien sein - mit der CSU sogar vier Parteien - die man dann zusammenbringen muss. Deshalb ist unsere Aufgabe, als CDU für den Zusammenhalt einzutreten.»

Mit scharfen Worten attackierte Laschet die AfD. Die Partei hetze und mache Stimmung gegen Demokraten, sie mache Stimmung auf Kosten von Minderheiten, sie habe Teile, die antisemitisch seien. «Mit denen reden wir nicht, mit denen kooperieren wir nicht, die müssen aus den Parlamenten verschwinden in Deutschland.» Am Ende seiner Rede bat Laschet die Zuhörer in Warendorf: «Wenn Sie da jemanden kennen, der AfD wählen will - gleich den Stift wegnehmen, dass der gar nicht erst in Versuchung kommt.» Alle anderen solle man ermutigen: «Gehen Sie wählen, nutzen Sie ihr Wahlrecht.»

Der Beginn der Veranstaltung mit Laschet in Delbrück-Steinhorst hatte sich wegen eines medizinischen Notfalls verzögert. Dabei musste ein Mann im Veranstaltungszelt von Rettungssanitätern behandelt werden. Vor dem Zelt demonstrierende Klimaaktivisten der Gruppierung «Parents for future» bildeten daraufhin kurzerhand mit ihrem großen Banner im Zelt einen Sichtschutz für die Rettungsmaßnahmen. Anschließend setzten sie vor dem Zelt ihre Demonstration fort. «Energiewende jetzt» war auf dem Banner zu lesen.

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