Drogenrazzia bringt weitere Straftaten ans Licht

13.08.2021 Bei der Drogenrazzia im Rheinland sind enge Verbindungen der Beschuldigten zu Clans und Rockern sowie weitere Straftaten ans Licht gekommen. Einer der Hauptbeschuldigten, ein 32-Jähriger, sei Mitglied der Rockergruppe Hells Angels, berichteten die Ermittler am Freitag. Ein anderer sei als Friedensrichter im Clan-Milieu aktiv.

Ein Polizist trägt einen Safe als mögliches Beweismittel aus einem Laden. Foto: Frank Christiansen/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die insgesamt zwölf Beschuldigten sollen nicht nur im großen Stil mit Marihuana sowie möglicherweise auch mit Heroin und Kokain gehandelt haben, sondern hätten «quer durch das Strafgesetzbuch» enorme kriminelle Energie an den Tag gelegt.

Bei der Razzia hatten die Ermittler nach eigenen Angaben einen professionellen Betrug mit SIM-Karten zu Lasten von Mobilfunk-Unternehmen aufdeckt. Um die Aktivierungsprovision von ein bis zwei Euro pro SIM-Karte einzustreichen, hätten die Verdächtigen mit Hilfe eines Computerprogramms bis zu 2000 SIM-Karten täglich aktiviert und so kriminelle Einnahmen von etwa 30.000 Euro im Monat generiert.

Mehr als 120 Beamten und Spezialeinheiten in nicht genannter Größenordnung waren am Donnerstag in acht NRW-Städten im Einsatz. Französische Ermittler hatten den verschlüsselten Encrochat entschlüsseln können und waren dabei auf die Kommunikation zum Handel mit 350 Kilogramm Marihuana gestoßen.

Die Polizeiaktion hatte auch das Ziel, Vermögensarreste in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro zu vollstrecken und damit das Verschieben kriminell erworbenen Vermögens zu verhindern. Tatsächlich seien zwei Eigentumswohnungen und ein Grundstück gesichert, elf Konten sowie 266 000 Euro Bargeld beschlagnahmt worden.

Begonnen hatten die Ermittlungen vor über einem Jahr nach dem Hinweis, dass in einem Mobilfunkladen in der Düsseldorfer Innenstadt mit Drogen gehandelt werde. Ein 29-jähriger Hauptbeschuldigter, gegen den ein Haftbefehl vorlag, wurde festgenommen.

Hintergrund des Großeinsatzes ist ein Verfahren der Zentralstelle für die Verfolgung Organisierter Straftaten in Nordrhein-Westfalen (ZeOS). «Die wichtigen Umsätze werden im Stillen gemacht. An die wollen wir heran», hatte NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU) gesagt. «So treffen wir sie da, wo es weh tut.»

© dpa-infocom GmbH

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