Versuchter Mord: Angeklagte schildert Tötungspläne

04.08.2021 Weil die schwangere Ex-Freundin das ungeborene Kind behalten wollte, sollte sie sterben: Wegen versuchten Mordes, beziehungsweise Anstiftung dazu stehen seit Mittwoch in Aachen zwei Männer und eine Frau vor dem Landgericht. Ein 38 Jahre alter Mann und seine 24-jährige Mitangeklagte sollen die schwangere Frau immer wieder observiert und verfolgt haben. Der dritte, 31 Jahre alte Angeklagte, soll der Drahtzieher gewesen sein. Ihm werden Anstiftung zu versuchtem Mord und versuchtem Schwangerschaftsabbruch vorgeworfen.

Polizisten stehen am Einsatzort. Foto: Ralf Roeger/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Dieser Mann war laut Anklage der Meinung, sein Leben werde erst besser, wenn die Frau aus seinem Leben verschwinde. Dem 31-Jährigen soll die Ex-Freundin gedroht haben, er müsse in jedem Fall für das Kind zahlen, ob er nun der Vater sei oder nicht. Die beiden anderen Angeklagten sind sein älterer Bruder und seine damalige Freundin.

Die Angeklagte berichtete dem Gericht, es habe immer wieder «Gedankenspielchen» um eine Tatausführung gegeben. Mal sei über einen Sturz von der Treppe, dann über einen Stich in den Bauch gesprochen worden. Es sei ein Teufelskreis gewesen. Je näher der Entbindungstermin rückte, desto gestresster sei ihr damaliger Freund gewesen. «Dann stecht sie doch einfach ab», habe er gesagt.

Tatsächlich sollen die 24-Jährige und der 38-Jährige der Schwangeren nicht konkret nahe gekommen sein. Wohl aber sollen sie die Mutter der Frau im Februar 2021 nach einen provozierten Auffahrunfall zum Geldabheben gezwungen und in ihrer Wohnung eingesperrt haben. Die gefesselte und geknebelte Frau konnte sich befreien und Polizei sowie die schwangere Tochter alarmieren. Am nächsten Tag kamen die 24-Jährige und der 38-Jährige in U-Haft, der dritte Mann ein paar Tage später. Den deutschen Angeklagten drohen lange Haftstrafen.

Der Prozess hatte bereits einmal begonnen, jedoch hatte die Angeklagte einen Zusammenbruch, das Verfahren konnte nicht weitergehen. Sie habe wohl eine Panikattacke gehabt, sagte sie.

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