Deutsche Wallfahrt Kevelaer startet mit 150 Plätzen

28.04.2021 Mit ihren Ängsten in der Corona-Zeit suchen gläubige Menschen Hilfe an Wallfahrtsorten wie in Kevelaer. Dort gibt es normalerweise am 1. Mai eine große Saison-Eröffnung. In diesem Jahr fällt alles kleiner aus. Aber wer will, findet ein offenes Ohr eines Seelsorgers.

Eröffnung der Wallfahrt in Kevelaer im Mai 2020. Foto: Fabian Strauch/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mit nur 150 markierten Sitzplätzen beim Festgottesdienst in der Marienbasilika startet am 1. Mai das Wallfahrtsjahr in Deutschlands zweitgrößtem Wallfahrtsort Kevelaer am Niederrhein. In normalen Jahren besuchen bis zu eine Million Menschen die Kleinstadt nahe der holländischen Grenze, um in der Gnadenkapelle vor der Kirche das winzige Marienbild «Trösterin der Betrübten» zu sehen und anzubeten.

In diesem Jahr werden es bis zum Ende der Pilgerzeit am 1. November sicher deutlich weniger: Größere Pilgergruppen können wegen der Corona-Pandemie nicht kommen, sagte der Kevelaerer Wallfahrtsleiter Rainer Killich. «Das heißt aber nicht, dass die Nöte der Menschen nicht da sind - die Zahl der Einzelpersonen ist nicht geringer geworden», sagt Killich. Und es würden zahlreiche Kerzen mit der Bitte um Beistand aufgestellt.

Die festliche Eröffnung nimmt in diesem Jahr der Duisburger Prämonstratenser-Abt Prälat Albert Thomas Dölken vor. Nach alter Tradition schlägt er dabei drei Mal symbolisch an die geschlossene Pilgerpforte der Basilika und sagt «Öffnet die Tore Eures Herzens Christus, dem Erlöser». Damit ist die Wallfahrt eröffnet, und normalerweise ziehen dann zahlreiche Gläubige in die bis zu 1000 Besucher fassende Kirche ein.

In diesem Jahr müssen die 150 Teilnehmer bereits vor der Zeremonie in der Kirche sein, weil sie sich registrieren und desinfizieren müssen, bevor sie ihre Plätze einnehmen. Der Gottesdienst wird live im Fernsehen sowie im Internet übertragen.

Während der Wallfahrtssaison bietet Kevelaer täglich Gottesdienste für Pilger an - und auch die Gelegenheit zu einem seelsorgerlichen Gespräch über Ängste in der Corona-Zeit. «Es ist gut, dass es in dieser Zeit solche Orte gibt», sagt Killich. Der meistbesuchte Marien-Wallfahrtsort Deutschlands ist Altötting in Bayern.

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