Frau erdrosselt: Angeklagter schweigt

19.04.2021 In Münster wird eine Frau erdrosselt. Knapp sechs Jahre später steht ihr Ehemann wegen Mordes vor Gericht - und schweigt.

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in der Hand. Foto: picture alliance / David Ebener/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Knapp sechs Jahre dem gewaltsamen Tod einer 47 Jahre alten Frau aus Münster muss sich der Ehemann seit Montag wegen Mordes vor Gericht verantworten. Der Angeklagte soll seine Ehefrau am 5. Juli 2015 in der gemeinsamen Wohnung mit einem Gurt erdrosselt haben. Zum Prozessauftakt vor dem Schwurgericht Münster hat der 52 Jahre alte Portugiese zu den Vorwürfen geschwiegen.

Nach Angaben eines Psychiaters, der ihn rund vier Monate nach der Tat untersucht hat, will sich der Angeklagte nicht mehr an den Tattag erinnern können. Das letzte, was er noch wisse, sei ein gemeinsames Frühstück gewesen.

Der Prozess hatte mit zweieinhalb Stunden Verspätung begonnen, weil der Angeklagte nicht erschienen war. Er hatte sich am Wochenende in ein Krankenhaus begeben, war aber schließlich auf Anordnung des Gerichts von dort abgeholt und mit einem Krankenwagen in den Verhandlungssaal gebracht worden.

Der 52-Jährige gilt als gesundheitlich stark angeschlagen. Er soll nach der Tat versucht haben, sich selbst das Leben zu nehmen. Dazu hatte er nach Angaben seines Verteidigers eine stark ätzende Flüssigkeit getrunken.

Laut Gericht konnte der Prozess erst jetzt terminiert werden, weil der Angeklagte lange Zeit als nicht verhandlungsfähig galt. Auch nun kann nur eingeschränkt verhandelt werden - maximal vier Stunden pro Prozesstag. Mit einem Urteil ist voraussichtlich im Juni zu rechnen.

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