Arbeiter in Fleischfabrik getötet: Kollege festgenommen

12.03.2021 In Deutschlands größtem Schlachtbetrieb ist es am Freitag zu einem tödlichen Streit gekommen. Ein 34-jähriger Mann starb anschließend im Krankenhaus. Die Hintergründe sind derzeit noch offen. Ein Tatverdächtiger wurde festgenommen.

Ein Fahrzeug der Polizei ist im Einsatz. Foto: Jens Wolf/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bei einem Streit zwischen Arbeitern im Schlachtbetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück (Kreis Gütersloh) ist am Freitag ein Mann vor den Augen zahlreicher Kollegen getötet worden. Laut gemeinsamer Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft verletzte gegen 7.00 Uhr ein 35-Jähriger seinen Kollegen (34) mit einem scharfen Gegenstand. Der Jüngere starb im Krankenhaus. Der dringend Tatverdächtige wurde festgenommen. Nach Angaben der Polizei sollte die Leiche noch am Nachmittag obduziert werden.

Die Polizei Bielefeld hat unter dem Namen «Schleife» eine Mordkommission eingerichtet. Zu den Hintergründen der Tat machte ein Polizeisprecher mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen keine Angaben. Auch blieb offen, ob der Tatverdächtige sich zu den Vorwürfen geäußert hat.

Laut Tönnies-Firmensprecher André Vielstädte sei der Mitarbeiter «trotz sofortiger Ersthilfemaßnahmen im Krankenhaus verstorben». Der Vorfall habe sich in einem Bereich der Zerlegung ereignet. Die Produktion musste in einem Teil des Betriebs über Stunden für die Spurensicherung der Kriminalpolizei unterbrochen werden.

Laut einer Stellungnahme der Firma Tönnies hatte der Mitarbeiter seinen Kollegen mit einem Messer angegriffen. Die Polizei spricht von einem scharfen Gegenstand.

Geschäftsführer André Vielstädte sagte Polizei und Staatsanwaltschaft «vollste Unterstützung» bei den Ermittlungen zu. Betriebsrat Mustafa Kuyucu zeigte sich laut Mitteilung schockiert: «Wir sind traurig und fassungslos über die Tat. Unser Mitgefühl und Anteilnahme gilt der Familie, den Freunden und den Kollegen unseres Mitarbeiters. Wir sichern den Angehörigen, Kollegen und Freunden des Getöteten alle nötige Hilfe zu.»

Notfallseelsorger kümmerten sich um die Augenzeugen. Das Unternehmen hat eine Hotline eingerichtet, an die sich die Mitarbeiter wenden können.

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