Kraftwerk Mehrum wird heruntergefahren: Restreserve für 2022

07.12.2021 Ein deutscher Kohleausstieg «idealerweise schon bis 2030» gehört zu den Klima-Kernpunkten im Vertrag der Ampelkoalitionäre. Mancherorts geht es durchaus noch rascher - aber die Betreiber lassen sich das bezahlen, auch in Niedersachsen. Was passiert mit den Beschäftigten?

Die aufgehende Sonne taucht das Kohlekraftwerk im Landkreis Peine in warmes Licht. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Belegschaft des Kraftwerks Mehrum (Landkreis Peine) soll den Kohlemeiler am Dienstag nach mehreren Jahrzehnten Betrieb herunterfahren. Zum Mittwoch (8. Dezember) greift eine im Frühjahr vereinbarte Stilllegungsprämie für den Standort östlich von Hannover - solche Zahlungen erhalten die Betreiber, wenn sie die entsprechende Stromproduktion im Rahmen des Kohleausstiegs vorzeitig beenden. Für das Mehrumer Steinkohlekraftwerk war dies nach einer Entscheidung der Bundesnetzagentur Anfang April so entschieden worden. «Wir werden die Anlagen hier nun aus dem kommerziellen Betrieb nehmen», sagte Geschäftsführer Armin Fieber der dpa.

Ganz vorbei ist die Verfeuerung der über den Mittellandkanal angelieferten Kohle in Mehrum noch nicht. Laut der Kraftwerksleitung soll eine geringe Reservekapazität für rund vier weitere Wochen im Sommer 2022 vorgehalten werden. Der Netzbetreiber Tennet wolle dann eine neue Schaltanlage in der Nähe des Werks ans Netz anbinden - und in dem Rahmen solle noch etwas Elektrizität geliefert werden. Nach dieser «speziellen Maßnahme» sei aber wohl endgültig Schluss.

Das Kraftwerk mit einer Leistung von 690 Megawatt gehört zur Holding EPH des tschechischen Milliardärs Daniel Kretinsky. Ein Teil der gut 120 Beschäftigten in Mehrum soll den Angaben zufolge nach der Stilllegung zum Ex-Eigentümer Enercity zurückwechseln, den früheren Stadtwerken Hannover. Ein Sozialplan, der dies vorsehe, sei bei der Übernahme des Werks durch EPH schon besprochen worden. «Wir kümmern uns darum, dass wir unseren Mitarbeitern einen Weg in die Zukunft ebnen», sagte Fieber. Auch auf dem Mehrumer Gelände solle es eine Nachnutzung geben, deren Konzept noch im Detail ausgearbeitet werde.

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