IG Metall: Bundesregierung muss sich bei Airbus einschalten

02.12.2021 Die kommende Bundesregierung muss aus Sicht der IG Metall in den eskalierenden Streit um den Airbus-Konzernumbau eingreifen. «Ich erwarte, dass sich die neue Bundesregierung jetzt aktiv einschaltet und die Strategie des Aussitzens der alten Bundesregierung sofort beendet», sagte IG-Metall-Vorstandsmitglied Jürgen Kerner am Donnerstag der dpa. «Es geht um Interessen Deutschlands, es geht um Arbeitsplätze in Deutschland, die in erheblichem Umfang durch steuerfinanzierte Beteiligung an zivilen und militärischen Luftfahrtprogrammen getragen werden.»

Eine Frau demonstriert mit einer Fahne der IG Metall. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Kerner kritisierte den Airbus-Chef Guillaume Faury für dessen Äußerungen zu den neuerlichen Warnstreiks der IG Metall bei Airbus. Faury hatte die Warnstreiks der Gewerkschaft in einem internen Schreiben an die Belegschaften «unangemessen und respektlos» genannt. «Wenn überhaupt von Respektlosigkeit gesprochen werden kann, dann in Bezug auf das Verhalten des Managements. Den Beschäftigten ist es zu verdanken, dass Airbus so gut durch die Krise gekommen ist», sagte er. «Zum Dank beabsichtigt Airbus, Unternehmen zu zerschlagen, Standorte zu verkaufen und Arbeitsplätze zu vernichten. Tausende Beschäftigte sind zutiefst verunsichert - das ist absolut nicht akzeptabel.»

Die Gewerkschaft beklagt seit langem, dass die deutschen Airbus-Standorte bei der anstehenden Umstrukturierung schlechter behandelt würden als die französischen. «Die Vision und langjährig erfolgreiche Aufstellung von Airbus als ein besonderes europäisches Unternehmen verschwindet zunehmend», sagte Kerner. «Airbus mutiert immer mehr zu einem französischen, börsennotierten Unternehmen mit einer deutschen Filiale.» Deutschland ist wie Frankreich mit knapp elf Prozent Aktienanteil an dem Flugzeugbauer beteiligt.

Airbus hatte im April die Absicht verkündet, die Montage von Flugzeugrümpfen und -strukturen in einem neuen Tochterunternehmen zusammenzufassen. Betroffen wären die Airbus-Werke Stade, Teile des Standorts Hamburg sowie die Airbus-Tochter Premium Aerotec mit drei der vier Augsburger Werken und den Standorten Bremen und Nordenham. Zudem will Airbus die Teilefertigung bei der Tochter Premium Aerotec in Augsburg, im friesischen Varel und in Rumänien an einen Investor verkaufen. Andernfalls drohten harte Restrukturierungsmaßnahmen mit erheblichen Auswirkungen auf die Beschäftigung. Die IG Metall läuft seit Monaten Sturm gegen diese Pläne und verlangt, dass die Kleinteilfertigung im Airbus-Konzern verbleiben soll, so wie Airbus das in Frankreich mit der dortigen Tochter Stelia plane.

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