Lieferfristen bei Corona-Impfstoffen soll halbiert werden

05.11.2021 Die mehrwöchige Lieferzeit bei Corona-Impfstoffen hatte in Niedersachsen für Unmut gesorgt. Das soll sich nach Beratungen nun bundesweit ändern.

Daniela Behrens (SPD) spricht. Foto: Moritz Frankenberg/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Lieferfristen für Corona-Impfstoffe in Deutschland sollen von zwei auf eine Woche reduziert werden. Das Bundesgesundheitsministerium habe dazu entsprechende Verhandlungen mit dem Arzneimittelgroßhandel aufgenommen, sagte Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) am Freitag nach der Konferenz der Gesundheitsminister von Bund und Ländern. «Sowohl die Arztpraxen als auch die mobilen Teams können damit flexibler auf die Nachfrage reagieren und die Booster-Impfungen noch einmal beschleunigen», sagte Behrens laut Mitteilung. Zuvor hatten ihr Ministerium und die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsens (KVN) dies kritisiert.

Die Konferenz der Gesundheitsminister von Bund und Länder hatte etwa eine Ausweitung der Testpflicht in Alten- und Pflegeheimen beschlossen. Man wolle eine «Sicherheitsschleuse» in den Heimen hinterlegen und dazu ein Bundesgesetz anschieben, sagte der Vorsitzende der Konferenz, Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) nach Ende der Tagung der Ressortchefs in Lindau am Bodensee (Bayern). Demnach sollen etwa geimpfte oder genesene Besucher von Heimen zusätzlich zu Tests verpflichtet werden, die aber kostenlos sein sollen.

Bis so ein Gesetz angeschoben und auf Landesebene umgesetzt wird, kann es aber Wochen dauern. Behrens hatte diese Woche angekündigt, dass sich Beschäftigte in der Altenpflege, die nicht geimpft sind, künftig täglich testen lassen müssen. Bislang ist dies dreimal wöchentlich vorgeschrieben.

Eine Corona-Impfpflicht für Beschäftigte in der Altenpflege zu erwägen darf nach Ansicht des CDU-Fraktionsvorsitzenden Dirk Toepffer indes kein Tabu sein. Darüber müsse intensiv nachgedacht werden, sagte Toepffer. Zudem hält er die Ausweitung der 2G-Regelungen für möglich. Bei einem 2G-Modell bekommen nur vollständig gegen das Coronavirus geimpfte oder genesene Menschen Zutritt zu einem Bereich, ein negativer Corona-Test reicht dann in der Regel nicht mehr aus.

Regierungssprecherin Anke Pörksen sagte, dass es zu dem Thema Impfpflicht in der Altenpflege keine abgestimmte Meinung im Kabinett gebe. Eine mögliche Impfpflicht in diesem Bereich sei derzeit kein Gegenstand der Planungen bei der Corona-Landesverordnung. Die Verordnung ist noch wenige Tage gültig, Anfang kommender Woche wird eine überarbeitete Fassung erwartet.

Behrens sagte weiter, dass sich das Bundesland darauf einstelle, dass die Ständige Impfkommission (Stiko) die Auffrischungsimpfungen bereits bald für alle empfehlen wird, deren zweite Impfung mindestens sechs Monate zurückliegt. «Für die große Mehrheit der vollständig geimpften Niedersächsinnen und Niedersachsen steht die Booster-Impfung dann ab Januar 2022 an. Wir bereiten gemeinsam mit den Kommunen und der Ärzteschaft derzeit alles Notwendige vor, um sicherzustellen, dass die dafür benötigten Impfkapazitäten zuverlässig und so niedrigschwellig wie möglich bereitstehen», betonte Behrens. Die SPD-Politikerin appellierte erneut, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen - unabhängig ob Auffrischungs- oder Erstimpfung.

Die Corona-Lage in Niedersachsen blieb unterdessen auch am Freitag angespannt. Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz lag nach Angaben des Landesgesundheitsamtes wie am Vortag bei 4,1 Neuaufnahmen von Covid-19-Kranken in Kliniken pro 100.000 Einwohner während der vergangenen sieben Tage. Für Gesundheitsbehörden und Kommunen in Niedersachsen ist dies der wichtigste Indikator zur Bewertung der Pandemielage.

Nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) gab es vier neue Covid-19-Todesfälle, die Gesamtzahl stieg auf 6109. Die Zahl der Neuinfektionen binnen einer Woche je 100.000 Einwohner stieg demnach am Freitag auf 94,8 - nach 88,8 am Donnerstag.

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