Max-Planck-Institut testet fliegendes Sonnenteleskop

28.10.2021 Ein fliegendes Sonnenteleskop haben Forscher des Max-Planck-Instituts (MPI) am Donnerstag erfolgreich in Göttingen getestet. Die Auswertung werde zwar noch einige Tage dauern, aber «es sieht sehr gut aus», sagte Sami Solanki, Direktor des MPI für Sonnensystemforschung. Im kommenden Jahr soll das an einem Heliumballon hängende Teleskop die Sonne in 35 Kilometern Höhe untersuchen. Bei dem Test haben die Forscher nun überprüft, ob sich das «Sunrise III» getaufte Sonnenobservatorium automatisch zur Sonne ausrichtet.

Mitarbeiter und Besucher stehen bei einem Hangtest an dem Sonnenobservatorium «Sunrise III». Foto: Swen Pförtner/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Dazu hing Sunrise III wenige Zentimeter über dem Boden an einem Kran und sollte anschließend für mehrere Stunden stabil den Blick Richtung in Richtung Sonne halten. Der Test hatte am Vormittag begonnen und sollte bis zum Sonnenuntergang andauern. Für die künftige Forschung sei es wichtig, dass sich der Winkel zwischen Teleskop und Sonne maximal im Bereich von Hundertstel Bogensekunden verändere, sagte Solanki. Also einem für das Auge nichtsichtbaren Bruchteil eines Grads.

An Bord des fliegenden Labors sind neben dem größten Sonnenteleskop, das je die Erde verlassen hat, auch noch weitere Messinstrumente. Im Frühsommer 2022 soll es mit einem 200 Meter hohen Heliumballon eine Woche über dem Polarkreis schweben. Die Forscher erhoffen sich davon Erkenntnisse zum Magnetfeld des Sterns. «Unsere Sonne liefert uns praktisch die gesamte Energie auf unserer Erde. Sie ist aber auch ein Störfaktor und kann beispielsweise GPS-Signale beeinflussen», erklärte Solanki die Motivation hinter der Forschungsmission.

In der Vergangenheit hatten die MPI-Forscher bereits mit den Laboren Sunrise I und II die Sonne untersucht. Allerdings mit weitaus weniger komplexer Technik. Die an Sunrise III montierten Instrumente könnten deutlich mehr Details liefern als ihre Vorgänger, seien dafür aber auch fehleranfälliger.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Empfehlungen der Redaktion

Regional hamburg & schleswig holstein

Nobelpreis für Klimamodellierer: Deutscher dabei

Panorama

Auszeichnung: Nobelpreis für deutschen Klimaforscher

Regional sachsen anhalt

Weltraumforschung in der Lausitz? Ideen für Ost-Kohlereviere