Behrens: «Brauchen auch im Herbst und Winter Corona-Regeln»

19.10.2021 Ein Ende der geltenden Corona-Regeln ist in Niedersachsen noch nicht in Sicht, trotz eines möglichen Auslaufens des bundesweiten Corona-Ausnahmezustandes im November. Niedersachsens Gesundheitsministerin will mit Blick auf den Herbst und Winter an den Schutzmaßnahmen festhalten.

Daniela Behrens (SPD), Gesundheitsministerin Niedersachsen, spricht. Foto: Demy Becker/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) hält die Beibehaltung der Corona-Regeln mit Blick auf den Herbst und Winter für notwendig.

«Wir brauchen über den Herbst, Winter noch ein paar Regeln, bis wir uns ganz davon verabschieden können», sagte Behrens bei einer Pressekonferenz des Corona-Krisenstabs am Dienstag in Hannover. Als Beispiele nannte die Ministerin die Fortführung der Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und Einzelhandel, des Abstandsgebots und der 2G- und 3G-Regeln für bestimmte Bereiche.

Sie sei sich sicher, dass dafür eine rechtliche Grundlage geschaffen werde, sagte Behrens - auch wenn sich der Bundestag für ein Ende der sogenannten «epidemischen Lage nationaler Tragweite» im November entscheiden sollte. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe dies bei der Gesundheitsministerkonferenz der Länder am Montag deutlich gemacht.

Die epidemische Lage ist Grundlage für Verordnungen und zentrale Corona-Maßnahmen in Deutschland. Sie wurde erstmalig vom Bundestag im März 2020 festgestellt und später immer wieder verlängert. Spahn hatte sich am Montag bei Beratungen mit den Gesundheitsministern der Länder dafür ausgesprochen, dass es nicht zu einer erneuten Verlängerung kommt.

Behrens sagte, Experten rechneten wie im vergangenen Herbst in den kommenden Wochen mit einem starken Anstieg der Infektionszahlen. Allerdings sei man aufgrund des Impfortschritts nun in einer ganz anderen Situation als noch vor einem Jahr. In Niedersachsen sind laut Robert Koch-Institut (RKI) mittlerweile 80,3 Prozent der Menschen gegen das Coronavirus erstgeimpft, 76,2 Prozent vollständig.

Die Corona-Lage im Land sei stabil und «kontrollierbar». Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz bei den Neuinfektionen von 49,0 am Dienstag liege man deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Auch die Werte für die Krankenhaus- und Intensivbettenbelegung bewegten sich unterhalb der kritischen Schwellenwerte für die erste Warnstufe.

Dennoch appellierten Behrens und Fabian Feil, Präsident des Landesgesundheitsamtes, gemeinsam an alle Unentschlossenen, sich jetzt impfen zu lassen. «Für Ungeimpfte steigt das Risiko einer schweren Erkrankung in den Herbst- und Wintermonaten ganz erheblich», sagte Feil.

Die hochansteckende Delta-Variante mache mittlerweile nahezu 100 Prozent der Infektionen aus, betonte Feil. Experten gingen nicht mehr davon aus, dass die sogenannte Herdenimmunität noch erreicht werden könne. Mit einer hohen Impfquote könnte die Zahl der Infektionen und vor allem schwere Krankheitsverläufe verhindert werden.

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