Korridor für Kabel zu Windparks soll über Baltrum führen

18.10.2021 Eine Stromtrasse zur Anbindung von Windparks auf hoher See ans Festland soll über die Insel Baltrum führen. Der Baltrum-Korridor sei im Vergleich zu dem ebenfalls geprüften Korridor über Langeoog deutlich raum- und umweltverträglicher, teilte das Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) Weser-Ems am Montag in Oldenburg mit. Für beide Inseln wurde der Verlauf der Stromtrasse geprüft. Dabei ging es unter anderem um Fragen der Trinkwassergewinnung und des Küstenschutzes.

Ein Windpark in der Nordsee. Foto: Sina Schuldt/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Bevölkerung auf den beiden Inseln sorgt sich bei den Stromtrassenprojekten vor allem um die Sicherheit der Trinkwassergewinnung. Die Inseln verfügen über unterirdische Süßwasservorkommen, sogenannte Süßwasserlinsen, über die zur Grundversorgung oder bei Notfällen Trinkwasser gefördert wird. Befürchtet wird, dass bei den unterirdischen Bohrungen für die Stromkabel diese Süßwasserlinsen beschädigt werden könnten.

Die geplanten Kabelsysteme sollen Windparks anschließen, die mehr als 100 Kilometer vor der niedersächsischen Nordseeküste liegen. Der nun festgelegte Korridor kreuzt nördlich von Baltrum die Gasleitung Europipe 2 und verläuft dann zu dieser parallel. Baltrum soll im Osten von der Wattseite aus bis zum Nordstrand unterbohrt werden. Zwischen Neßmersiel und Dornumersiel trifft der Kabelkorridor nahe Dornumergrode aufs Festland.

Mit dem Bau kann allerdings noch nicht begonnen werden. Zuvor müsse das Planfeststellungsverfahren seitens der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr abgeschlossen werden, hieß es.

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