Althusmann erwartet klaren Fahrplan zur Neuaufstellung

11.10.2021 Für einen möglichen personellen Neuanfang der Bundes-CDU erwartet Niedersachsens CDU-Chef Bernd Althusmann einen klaren Zeitplan nach den Gesprächen am Montag. «Ich gehe davon aus, dass das Präsidium einen klaren Zeitplan beschließen wird, der den Weg bis zu einem Sonderparteitag aufzeigt», sagte Althusmann der Deutschen Presse-Agentur.

Bernd Althusmann (CDU), Wirtschaftsminister von Niedersachsen, spricht. Foto: Moritz Frankenberg/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bei der Wahl eines möglichen neuen Bundesvorsitzenden sollten nach Ansicht von Althusmann die Mitglieder stärker einbezogen werden. Insbesondere dann, wenn es auf eine strittige Entscheidung zwischen mehreren Kandidaten hinauslaufe. «Die CDU war aus meiner Sicht seit den knappen innerparteilichen Entscheidungen tief gespalten. Der Streit zwischen CDU und CSU in der Frage der Kanzlerkandidatur tat hier sein Übriges. Das war eine schwere Last im Wahlkampf.»

Die CDU/CSU war bei der Bundestagswahl auf 24,1 Prozent abgestürzt, während die SPD mit 25,7 Prozent stärkste Kraft wurde. CDU-Chef Armin Laschet hatte angekündigt, dass er den Spitzengremien der Partei an diesem Montag einen Vorschlag zur personellen Neuaufstellung vorlegen will. Er selbst möchte diesen Prozess moderieren. Laschet war Spitzenkandidat seiner Partei bei der Bundestagswahl.

Zu möglichen Nachfolgern von Laschet sagte Althusmann: «In dieser sensiblen Phase der Union müssen wir vielleicht einmal um einige Ecken herum denken, wer denn die geeignete Persönlichkeit sein kann, die uns die nächsten vier Jahre führt.» Die Partei habe derzeit viele gute Kandidaten in Nordrhein-Westfalen und solle auch in den Osten oder Norden schauen.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten Daniel Günther sieht er als möglichen Kandidaten. «Er ist jung und hat dennoch Regierungserfahrung. Er steht zwar im nächsten Jahr vor einer Landtagswahl, aber das muss kein Ausschlusskriterium sein.»

Friedrich Merz habe für Althusmann «einen gewissen natürlichen Führungsanspruch». «Er mag vom Alter her nicht das junge Gesicht sein, aber er genießt innerparteilich vermutlich die größte Zustimmung, wenn es zu einer Mitgliederbefragung käme. «Aber, so wie ich es verstanden habe, will er sich nicht erneut in eine Auseinandersetzung mit den bekannten Kandidaten wie Jens Spahn, Norbert Röttgen oder anderen begeben.»

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