Städtetag: Nachbesserungsbedarf bei Weihnachtsmarkt-Planung

05.10.2021 Schmalzkuchen und gebrannte Mandeln genießen - das soll in mehreren Städten Niedersachsens in wenigen Wochen auf Weihnachtsmärkten möglich sein. Doch einige Fragen sind noch unklar.

Die Weihnachtspyramide in Hannover dreht sich in der Abenddämmerung. Foto: Julian Stratenschulte/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bei den Weihnachtsmarkt-Planungen in Corona-Zeiten in Niedersachsen sieht der Städtetag an einigen Stellen Nachbesserungsbedarf. «Offene Fragen gibt es insbesondere mit Blick auf die Umsetzbarkeit der angedachten Vorgaben und auch eine Gleichbehandlung von Weihnachtsmärkten und anderer Außengastronomie», sagte Ulrich Mädge (SPD), Präsident des niedersächsischen Städtetags, auf dpa-Anfrage. Eine Umzäunung von Weihnachtsmärkten sei weder praktikabel noch wünschenswert.

«Die angedachten Abstände von bis zu 15 Metern zwischen den Buden sind aus Platzgründen an den bisher genutzten Örtlichkeiten schlicht nicht umsetzbar. Zumal wir möglichst vielen Schaustellern die Möglichkeit geben wollen, das diesjährige Weihnachtsgeschäft wahrzunehmen», betonte Mädge.

In welcher Form Weihnachtsmärkte in Niedersachsen in diesem Jahr umgesetzt können, ist weiterhin nicht geklärt. Unklar ist etwa noch, welche Abstände auf den Märkten gelten sollen, sagte Heiger Scholz, Leiter des Corona-Krisenstabs der Landesregierung, am Dienstag in Hannover.

Nach Angaben von Regierungssprecherin Anke Pörksen soll über die Umsetzung der Weihnachtsmärkte am Donnerstag im Sozialausschuss beraten werden. Eine Einigung über die konkreten Regelungen wird in den kommenden Tagen erwartet. Scholz zeigte sich zuversichtlich, dass auf den Weihnachtsmärkten Glühwein ausgeschenkt werden darf. Die Landesregierung hatte vergangene Woche angekündigt, dass Herbst- und Weihnachtsmärkte grundsätzlich möglich sein sollen im Bundesland.

Pörksen sagte, dass man noch vor dem Beginn der kälteren Jahreszeit stehe und die Infektionszahlen wieder steigen könnten. Deshalb müsse man bei den Weihnachtsmarkt-Planungen sehr umsichtig vorgehen.

Mehrere Städte im Bundesland planen indes trotz der Corona-Pandemie mit Weihnachtsmärkten in diesem Jahr. In Hildesheim, Braunschweig und Göttingen ist dies der Fall, wie Sprecher der Städte auf dpa-Anfrage mitteilten. Die Zahl der Stände soll in Hildesheim vergleichbar sein mit früheren Zeiten vor der Pandemie. Jedoch sei mehr Fläche dafür eingeplant. Alkoholausschank solle in jedem Fall möglich sein.

Wenn die konkreten Regelungen bekannt sind, werden die Planungen für den Weihnachtsmarkt in der Innenstadt konkretisiert, hieß es vom Braunschweiger Stadtmarketing. In Göttingen wurden bereits Zusagen an Budenbetreiber erteilt, allerdings unter Vorbehalt. 68 Weihnachtsmarktstände sind nach Angaben eines Sprechers geplant.

In Wolfsburg zeigte man sich optimistisch, dass vom 22. November an ein Weihnachtsmarkt in der Innenstadt möglich ist, wie Frank Hitzschke, Bereichsleiter Citymanagement, sagte. Er hoffe auf die Möglichkeit, das sogenannte 3G-Modell umsetzen zu können und Glühwein ausschenken zu dürfen. Mit einem 3G-Modell müssten Besucherinnen und Besucher vollständig gegen das Coronavirus geimpft, genesen oder getestet sein. In der Autostadt in Wolfsburg soll es das sogenannte Winterevent geben - mit Eislaufbahn und Weihnachtsmarkt.

In Emden ist ein Weihnachtsmarkt im Stadtzentrum geplant, eventuell werde es weitere Märkte an den Wochenenden geben. In Oldenburg wolle man die konkreten Regelungen des Landes abwarten und dann entscheiden, ob ein Weihnachtsmarkt möglich ist. In Hannover ist ebenfalls noch nicht final entschieden worden. Normalweise gibt es in der Landeshauptstadt einen großen Weihnachtsmarkt, der von der Stadt organisiert wird, und mehrere private Märkte.

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