Weitere Aussage im VW-Dieselprozess

29.09.2021 Am Braunschweiger Landgericht steht Tag vier des VW-Dieselprozesses an. Ein hoch angesiedelter Entscheider will seine Darstellungen zum Ursprung der Abgaskrise fortführen. Daneben könnte sich abzeichnen, ob Ex-Chef Winterkorn doch schon früher im Saal erscheinen muss.

Fahnen wehen an der Stadthalle Braunschweig. Foto: Julian Stratenschulte/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Diesel-Betrugsprozess am Landgericht Braunschweig soll heute (ab 9.30 Uhr) zunächst mit weiteren Aussagen der früheren VW-Führungskräfte fortgesetzt werden. Ein ehemaliger Manager, der bereits am vergangenen Donnerstag mit einer Erwiderung auf die Anklage begonnen hatte, will seine Sicht auf die Geschehnisse rund um die Abgasaffäre näher erläutern. Er hatte angekündigt, dafür insgesamt etwa zwei Verhandlungstage zu brauchen. In dem Verfahren (Az.: 6 KLs 23/19) geht es um den Vorwurf des gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs bei der Manipulation von Millionen Autos. Die Täuschungssoftware war 2015 in den USA ans Licht gekommen.

Der ehemalige Volkswagen-Konzernchef Martin Winterkorn ist - zusätzlich zu den vier schon vor Gericht stehenden Männern - in Braunschweig ebenfalls angeklagt. Sein Verfahrensteil wurde wegen gesundheitlicher Probleme jedoch vorerst vom Hauptstrang abgetrennt und auf einen noch offenen, späteren Zeitpunkt verschoben.

Frühestens ab Mittwoch könnte es auch Klarheit darüber geben, ob es dabei bleibt. Die Staatsanwaltschaft hatte Beschwerde gegen die Vertagung der Sitzungen mit Winterkorn eingelegt - in der Nacht läuft die Frist für weitere Stellungnahmen dazu am Oberlandesgericht (OLG) aus. Dann könnte bald eine Entscheidung folgen. Sollte der Ex-VW-Chef doch schon früher an der Hauptverhandlung teilnehmen müssen, wie auch Verteidiger fordern, müsste diese womöglich noch einmal neu beginnen.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News