Weltkriegsbombe entschärft: Tausende in Notquartieren

27.09.2021 Nach dem Verdacht auf eine Bombe verlassen Tausende Menschen in Hannover ihr Zuhause. Am Abend gibt es Entwarnung. Es war nicht der erste entschärfte Blindgänger auf dem betroffenen Baugelände.

Eine entschärfte Weltkriegsbombe liegt in einer Baustelle. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Kampfmittelspezialisten haben in Hannover am Montagabend eine Weltkriegsbombe erfolgreich entschärft. Das teilte die Feuerwehr auf Twitter mit. Für die gefährliche Räumung der britischen Fünf-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg mussten rund 6000 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Der Sprengkörper war bei Untersuchungen auf einem Baugrundstück im Stadtteil Misburg-Süd gefunden worden, wie die Feuerwehr berichtet hatte.

Für die Arbeiten mussten Anwohnerinnen und Anwohner in einem Umkreis von 1000 Metern um die Fundstelle ihre Häuser und Wohnungen räumen. Die Evakuierung des Gefahrenbereichs begann am Nachmittag. «Wir hoffen, dass wir damit in weniger als zwei Stunden durch sein werden», sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Betroffen waren die Stadtteile Misburg-Nord, Misburg-Süd und Anderten.

Die Stadt Hannover stellte für die betroffenen Menschen eine Turnhalle als Aufenthaltsraum zur Verfügung. Per Bus konnten sie dorthin fahren. Die Feuerwehr fuhr durch die Gebiete und informierte die Bewohner über Lautsprecher.

Bis zum Abend hatten alle Anwohner ihre Häuser und Wohnungen verlassen, wie es hieß. «Die Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Niedersachsen beginnen jetzt mit den Arbeiten am Kampfmittelverdachtspunkt», teilte die Feuerwehr über Twitter mit. Demnach waren am Abend rund 460 Kräfte von Feuerwehr, Polizei, Hilfsorganisationen und Kampfmittelbeseitigungsdienst im Einsatz. Später hoben die Helfer die Sicherheitszonen wieder auf. Die Menschen durften zum Schlafen nach Hause.

Bereits im Juli waren auf dem Baugelände, auf dem ein Wertstoffzentrum entsteht, vier Blindgänger durch den Kampfmittelräumdienst unschädlich gemacht worden. Damals waren rund 8750 Menschen von den Evakuierungen betroffen. Bei größeren Baustellen wird der Boden auf mögliche Kampfmittel aus Kriegszeiten untersucht.

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