Atommüll-Zwischenlager: Gutachten soll Standort bewerten

24.09.2021 Ein neues Gutachten soll den geplanten Standort für ein Atommüll-Zwischenlager in Würgassen im Kreis Höxter abermals untersuchen. Die zuständigen Ministerien von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen lassen es derzeit ausschreiben und rechnen im Frühjahr bis Sommer 2022 mit ersten Ergebnissen. In der Region im Grenzgebiet von NRW, Niedersachsen und Hessen hat sich Widerstand gegen das Vorhaben formiert, dort atomare Abfälle zu sammeln.

Gelbe Tonnen mit dem Zeichen für Radioaktivität. Foto: Sebastian Kahnert/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Es sei wichtig, den Weg der Transparenz zu gehen, sagte der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) der dpa. Deshalb lasse er zusammen mit Karl-Josef Laumann (CDU), Gesundheitsminister in NRW, das Gutachten in Auftrag gegeben. Es soll unter anderem klären, welche Mengen radioaktives Material vom Zwischenlager in das 130 Kilometer entfernte Endlager Konrad bei Salzgitter (Niedersachsen) müssen und welche Logistikkapazitäten dafür notwendig sind. Auch die Wirtschaftlichkeit des Standortes werde betrachtet.

Die Bürgerbewegung «Atomfreies 3-Ländereck» sieht den geplanten Standort auf dem Gelände eines 1997 stillgelegten Atomkraftwerkes an der Weser kritisch: Die Anbindung sei schlecht, der Hochwasserschutz nur mit Mühe herzustellen.

Die Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) sieht dagegen keine Erkenntnisse, die gegen den Standort sprechen. Dies hätten mehrere Gutachten ergeben. Im sogenannten zentralen Bereitstellungslager sollen leicht- und mittelradioaktive Abfälle aus deutschen Kernkraftwerken sowie Abfälle etwa aus der Medizin gesammelt werden - nicht aber hochradioaktives Material wie zum Beispiel Brennstäbe.

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