Osterloh im Untreue-Prozess: Angebote bei VW waren klar

20.09.2021 Im Untreue-Prozess gegen VW-Manager hat der langjährige Betriebsratschef Bernd Osterloh über seine Karriere und den Verzicht auf hoch dotierte Management-Positionen berichtet. Unter anderem sei es dabei um den Personalvorstand des Konzerns mit einem Millionengehalt gegangen, sagte Osterloh am Montag als Zeuge in der Braunschweiger Stadthalle. Im Prozess des Landgerichts geht es um mutmaßlich überhöhte Gehälter und Bonuszahlungen an leitende Betriebsräte von Volkswagen. (Aktenzeichen: 16 KLs 85/19)

Das Markenhochhaus von Volkswagen auf dem Gelände des Autokonzerns in Wolfsburg. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Angeklagt sind drei ehemalige und ein noch amtierender Personalmanager des VW-Konzerns, darunter auch die beiden Ex-Konzernpersonalchefs Horst Neumann und Karlheinz Blessing. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, für Osterloh und andere einflussreiche Betriebsratsangehörige beim größten europäischen Autobauer zwischen 2011 und 2016 unangemessen üppige Bezüge freigegeben zu haben. Dadurch hätten sich Teile des Gewinns sowie Steuerzahlungen verringert - die Anklage lautet auf Untreue.

«Die Angebote waren klar, ich hätte nur ja sagen müssen, dann wäre das umgesetzt worden», sagte Osterloh. Gegen den 65-Jährigen selbst läuft ein separates Beihilfeverfahren, und die Vorwürfe im Fall der vier Führungskräfte aus dem Management richten sich nicht gegen ihn. Der langjährige Chef der Belegschaftsvertretung war im Mai als Personalvorstand zur VW-Nutzfahrzeug-Holding Traton nach München gewechselt.

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