VW-Dieselprozess: Verteidigung kritisiert Winterkorns Fehlen

16.09.2021 Im Diesel-Betrugsprozess gegen vier frühere Manager und Ingenieure des Volkswagen-Konzerns hat die Verteidigung das Fehlen von Ex-Konzernchef Martin Winterkorn scharf kritisiert. «Sich der Verantwortung für das eigene Handeln zu stellen, sieht anders aus», sagte ein Verteidiger am Donnerstag. Vor dem Landgericht Braunschweig hatte der Strafprozess in der VW-Dieselaffäre ohne den 74-jährigen Winterkorn begonnen. (6 KLs 23/19) Sein Verfahren ist aus gesundheitlichen Gründen «zur gesonderten Verhandlung und Entscheidung» abgetrennt.

Das Markenhochhaus vom Volkswagen auf dem Gelände vom VW Werk Wolfsburg. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

«Es bleibt unklar, ob es zu einem Verfahren gegen Herrn Winterkorn überhaupt kommt», sagte ein Verteidiger. Gegen die Abtrennung des Winterkorn-Teils legte die Staatsanwalt zwar Beschwerde ein, eine Entscheidung dazu vom Oberlandesgericht wird aber nicht vor Ende September erwartet. Über der Verhandlung liege ein Damoklesschwert, kritisierte der Verteidiger, der in seinem Eingangsstatement auch die Staatsanwaltschaft anging. Diese habe ein überbordendes Mammutprojekt zu verantworten und mit der Anklageschrift gezeigt, dass sie das Thema gar nicht durchdrungen habe.

Den vier Angeklagten wird unter anderem gewerbs- und bandenmäßiger Betrug mit manipulierter Software in Millionen Autos vorgeworfen. 133 Verhandlungstage bis in den Sommer 2023 sind geplant. Hier jetzt zu sitzen, ohne Herrn Winterkorn, sei eine Katastrophe, sagte der Verteidiger.

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