Risikospiel: Polizei bereitet sich auf Nordderby vor

17.09.2021 Das erste Nordderby zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV seit dreieinhalb Jahren sorgt auch bei der Polizei in Bremen für Aktivität. Nach derzeitigem Stand werde die Partie als «Hochrisikospiel» eingestuft, sagte die Sprecherin der Innenbehörden, Rose Gerdts-Schiffler, der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Die Lage werde aber täglich neu bewertet. Die Polizei Bremen plane mehrere Hundertschaften an Eigen- und Fremdkräften ein. Es ist am Samstag (20.30 Uhr/Sport1 und Sky) das erste Mal, dass beide Vereine in der 2. Fußball-Bundesliga aufeinander treffen.

Ein Polizist mit Handschellen und einer Pistole am Gürtel steht vor einem Streifenwagen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wenn es bei der Einschätzung als Hochrisikospiel bleibt, dürften die Polizeimehrkosten wieder auf eine sechsstellige Summe hinauslaufen. Welche Kosten letztlich geltend gemacht würden, bleibe aber wie immer einer abschließenden Gesamtbewertung vorbehalten, so die Sprecherin weiter. Bremen hatte in einem langwierigen Rechtsstreit durch die Instanzen eine Beteiligung der Deutschen Fußball Liga (DFL) an den Polizeimehrkosten durchgesetzt.

An die Hamburger Gästefans wurden für die Partie im Wohninvest Weserstadion rund 1050 Karten ausgegeben. «Darüber hinaus rechnen wir mit aktuell einer dreistelligen Zahl an Hamburger Problemfans, die ohne Karten nach Bremen kommen werden», betonte Gerdts-Schiffler. Auch die Ultra-Heimfanszene wird bis auf wenige Ausnahmen nicht im Stadion sein. Die Polizei rechnete deshalb zum jetzigen Zeitpunkt nicht mit größeren Problemen hinsichtlich Pyrotechnik.

Allerdings zeigen frühere Begegnungen aus der gemeinsamen Erstliga-Zeit, dass Hamburg-Fans, die auf dem Weg ins Stadion oder zurück zu ihren Fahrzeugen sind, von den Bremer Problem-Fans verbal angegangen und beleidigt werden könnten. Daraus könnten sich dann aufgrund der hohen Emotionalität bei einem Nordderby schnell entsprechende Lagen entwickeln.

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