Thema Wolf beschäftigt Landtag auch nach Sommerpause

15.09.2021 Das Thema Wolf beschäftigt die Abgeordneten des niedersächsischen Landtags auch nach der Sommerpause. Die FDP forderte in einer aktuellen Stunde am Mittwoch in Hannover, mehr Jagd zu machen. Der Wolf sei in Niedersachsen seit Jahren nicht mehr gefährdet und breite sich «ungehindert» aus, sagte ihr Agrarexperte Hermann Grupe. «Der Wolf muss wie jedes bejagbare Wild bejagt werden.» Man könne nicht zulassen, dass Weidetiere gefährdet und Wildtiere zurückgedrängt würden.

Die Abgeordneten sitzen im niedersächsischen Landtag. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der CDU-Abgeordnete Frank Schmädeke entgegnete, alle rechtlichen Möglichkeiten seien ausgeschöpft, um verhaltensauffällige Wölfe entnehmen - also töten - zu können. Bereits im Februar sei ein Antrag auf den Weg gebracht worden, der eine Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht vorsehe. Die Landesregierung wirke beim Bund darauf hin, dass eine Untergrenze definiert werde, die für den Erhalt der Wölfe nötig sei - auch, um «die Sorgen und Ängste der Menschen im ländlichen Raum» stärker zu berücksichtigen.

Umweltminister Olaf Lies (SPD) kündigte an, das «Wolfsmanagement» weiterzuentwickeln. Um die landesweit 105 ehrenamtlichen Wolfsberater zu entlasten, werde ihre Arbeit in die Hände der Landwirtschaftskammer gelegt. Beim Monitoring - also dem Gewinnen von Daten - baue die Regierung mehr auf deren Wissen und Erfahrung.

In Niedersachsen leben nach Angaben des Ministers 39 Wolfsrudel, ein Wolfspaar und zwei Einzelwölfe. Begegnungen zwischen Mensch und Wolf werden demnach weiterhin vorkommen und voraussichtlich zunehmen. Die Zahl der Übergriffe auf Weidetiere in Niedersachsen sei von acht Übergriffen 2012 auf etwa 230 Übergriffe in diesem Jahr gestiegen.

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