Corona-Inzidenzwert in Niedersachsen leicht gesunken

11.09.2021 Die Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen ist leicht gefallen, bleibt aber auf relativ hohem Niveau. Sollte die Lage sich verschärfen, dürften vor allem Ungeimpfte in den Fokus geraten.

Medizinisch geschultes Personal führt einen Corona-Schnelltest durch. Foto: Kay Nietfeld/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bei steigenden Corona-Zahlen müssen Ungeimpfte in Niedersachsen mit stärkeren Einschränkungen rechnen. Ministerpräsident Stephan Weil sagte der «Neuen Osnabrücker Zeitung»: «Wenn die Corona-Infektionszahlen und die Zahlen infizierter Patientinnen und Patienten in den Kliniken deutlich ansteigen, werden Einschränkungen für ungeimpfte Menschen unumgänglich sein.»

Als Grund gab der SPD-Politiker an, dass von dieser Gruppe die Risiken ausgingen. «Das Problem der Infektionen liegt in der Gruppe der Ungeimpften. Also müssten sich auch alle einschränkenden Maßnahmen auf diese Gruppe konzentrieren, und zwar insbesondere dort, wo viele Menschen zusammenkommen.» Für Kinder und für Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen könnten, müsse es dann besondere Regelungen geben, so der SPD-Politiker.

2G bedeutet, dass nur Geimpfte und Genesene Zutritt zu bestimmten Einrichtungen haben. Baden-Württemberg plant derartige Beschränkungen für ungeimpfte Erwachsene im Fall einer Überlastung der Kliniken mit Corona-Patienten. Dann hätten Ungeimpfte keinen Zutritt mehr zu Restaurants, Kultur- und Sportveranstaltungen und müssten soziale Kontakte daheim auf ein Minimum reduzieren. Die neue Verordnung soll am Montag in Kraft treten. Weil hatte bereits gesagt, dass er eine 2G-Verordnung auch für Niedersachsen nicht ausschließen könne.

Die Sieben-Tage-Inzidenz ging in Niedersachsen indes leicht zurück. Sie lag nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) am Samstag bei 74,2 - so viele Menschen pro 100.000 Einwohner haben sich binnen einer Woche mit dem Virus angesteckt. Am Freitag hatte die Inzidenz bei 76,5 gelegen. Weitere zwei Menschen starben an oder in Zusammenhang mit dem Virus, die Gesamtzahl stieg auf 5875. Im kleinsten deutschen Bundesland Bremen lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 125 - dies war weiterhin der höchste Wert unter den Bundesländern.

Die Belegung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten in Niedersachsen lag am Samstag bei 4,8 Prozent der Gesamtkapazität (Freitag 4,7 Prozent).

In Niedersachsen gibt es aktuell ein Corona-Warnstufensystem mit drei Kategorien. Wenn in einem Kreis oder einer kreisfreien Stadt fünf Tage lang in Folge die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen die Zahl 50 überschreitet, sind etwa Innengastronomie, Friseure oder Fitnessstudios in der Regel nur noch für Geimpfte, Genesene und Getestete (3G) zugänglich.

Weiter ausschlaggebend sind die Zahl der Menschen mit Covid-19 in Krankenhäusern im Land sowie die Belegung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten. Werden in mindestens zwei der drei Kategorien Schwellenwerte erreicht, können die Kommunen eine Warnstufe per Verfügung feststellen.

Bei der Belegung der Krankenhäuser mit Covid-19-Patienten lag die Inzidenz wie am Freitag bei 4,2. Das heißt: Im landesweiten Schnitt wurden in den vergangenen sieben Tagen statistisch gesehen 4,2 von 100.000 Einwohnern im Zusammenhang mit ihrer Corona-Infektion in einer Klinik behandelt. Ab einem Wert von 6 ist in Niedersachsen der erste Schwellenwert erreicht, weitere Schwellenwerte sind 9 und 12.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News