Millionengelder für Innenstädte in Niedersachsen

08.09.2021 Lockdown, boomender Onlinehandel: Die Corona-Pandemie hat den Wandel der Innenstädte enorm beschleunigt. Mit Millionen soll gegengesteuert werden.

Birgit Honé (SPD), Europaministerin von Niedersachsen, spricht während einer Pressekonferenz. Foto: Holger Hollemann/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mit 117 Millionen Euro aus EU-Geldern sollen die niedersächsischen Innenstädte auf Vordermann gebracht werden. Für 207 Kommunen und kommunale Verbünde wurden die Förderbescheide zugestellt, wie Europa- und Regionalministerin Birgit Honé (SPD) am Mittwoch mitteilte. Je nach Größe der Kommune fließen laut Ministerium zwischen 345.000 Euro und 1,8 Millionen Euro. Da nicht jede Kommune einen Antrag gestellt hat, wird jeweils mehr Geld gezahlt. So erhalten etwa größere Städte mit mindestens 65.000 Einwohnern 300.000 Euro mehr als ursprünglich geplant. Vor wenigen Monaten wurden die Pläne vorgestellt, nun ist klar, wer wie viel Geld bekommt.

Die Übergabe sei ein Startschuss zur Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie, sagte die Ministerin laut Mitteilung. Die Projekte müssen jeweils bis Ende März 2023 abgeschlossen sein. Bei dem Programm wurden demnach sechs Felder festgelegt, in die die Projekte einzuordnen sind - etwa Handel, Dienstleistungen oder Maßnahmen gegen Leerstand sowie mehr Einrichtungen für Kultur und Tourismus.

An dem Programm hatten etwa die Grünen kritisiert, dass dieses im Wesentlichen nur die Umsetzung eines vorhandenen EU-Programms sei. Aus der Landeskasse gebe es zu wenig Geld.

Viele Fußgängerzonen in den Innenstädten Niedersachsens verzeichnen weiterhin weniger Kunden als vor der Corona-Pandemie. Die Frequenz sei noch immer niedriger als vor der Corona-Krise, sagte Mark Alexander Krack, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Niedersachsen-Bremen auf dpa-Anfrage. Kundinnen und Kunden kauften zielorientierter ein und bummelten weniger durch die Straßen. Corona-Einschränkungen wie die Maskenpflicht seien noch immer für viele ein Hindernis. Fahrradgeschäfte, Baumärkte oder Outdoorsport-Händler hätten jedoch gute Geschäfte gemacht seit Pandemie-Beginn.

In der Stadt Göttingen sei man gut durch die Lockdowns gekommen, sagte Stadtsprecher Dominik Kimyon. Bisher gebe es kein Problem mit Leerständen, erst kürzlich hätten mehrere Filialketten neue Standorte in der Stadt eröffnet. Mit der Eröffnung des Kunsthauses, einem Museum für moderne Kunst, sei ein Meilenstein bei der Innenstadtentwicklung erreicht worden. «Innenstädte müssen künftig mehr bieten als nur Shopping», sagte Kimyon.

Auch die Geschäftsführerin der Innenstadtgesellschaft Pro City, Frederike Breyer, sieht Göttingen auf einem guten Weg hin zu mehr Angeboten, die mehr als den Einkaufsbummel bedienen. «Das Sortiment verlagert sich. Die meisten freien Flächen wurden zuletzt von Gastronomie und Cafés neu besetzt.» Noch seien die Besucherzahlen nicht ganz auf dem Vor-Pandemieniveau, sie sei aber optimistisch, dort bald wieder hinzukommen.

Die Stadt Hannover habe wenig bis keinen Leerstand zu verzeichnen, teilte ein Sprecher mit. In einzelnen Lagen der Landeshauptstadt ist demnach eine ähnliche Verschiebung wie in Göttingen festgestellt worden - vom Handel zur Gastronomie.

© dpa-infocom GmbH

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