Keine ganzen Klassen in Quarantäne: Tonne begrüßt Beschluss

06.09.2021 Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hat den Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz zu neuen Quarantäne-Richtlinien im Schulbereich begrüßt. «Es ist völlig richtig und angemessen, bei einem Infektionsfall in einer Klasse nur noch enge Kontaktpersonen, also die direkten Sitznachbarinnen und Sitznachbarn, in Quarantäne zu schicken», sagte er am Montag. Auch die Möglichkeit, dass sich diese Kontaktpersonen nach fünf Tagen freitesten können, wenn sie keine Symptome haben, unterstütze er sehr.

Grant Hendrik Tonne (SPD), Kultusminister von Niedersachsen, sitzt bei einer Pressekonferenz. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

«Dass geimpfte und genesene Schülerinnen und Schüler grundsätzlich keine Quarantäne verordnet bekommen, begrüße ich nachdrücklich», hieß es weiter in der Stellungnahme. Die neuen Quarantäne-Regeln seien ein wichtiger Beitrag zu möglichst viel Präsenzunterricht und Normalität in den Schulen. Niedersachsen habe sich sehr für diese Regelung eingesetzt. «Umso mehr freut es mich, dass dieses Ergebnis einvernehmlich erzielt werden konnte. Das ländereinheitliche Vorgehen erhöht zudem die Nachvollziehbarkeit dieser Regelung und damit die Akzeptanz», so Tonne.

Die Gesundheitsminister der Länder sprachen sich mehrheitlich für einfachere Quarantäne-Regeln bei Coronafällen in Schulen aus. Grundsätzlich solle bei einem Infektionsfall nicht mehr für den gesamten Klassenverband Quarantäne angeordnet werden, heißt in einem Beschluss nach Beratungen mit dem Bund. Der Vorsitzende der Länder-Ressortchefs, Klaus Holetschek (CSU) aus Bayern, sagte, dies solle als «Leitplanken» an die Gesundheitsämter weitergegeben werden. Der Beschluss wurde laut Holetschek bei Enthaltung zweier Bundesländer angenommen.

Kinder, die enge Kontaktpersonen sind und keine Symptome haben, sollen die Quarantäne demnach frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen Test beenden können. Dabei sollen die Gesundheitsämter im Einzelfall auch abweichend entscheiden können. Quarantäne-Anordnungen sollen generell «mit Augenmaß» und abhängig von Schutzkonzepten mit Lüftung, Tests und dem Tragen von medizinischen Masken erlassen werden.

Bislang gehen die Länder bei einer Quarantänedauer von 14 Tagen unterschiedlich damit um, wenn es in einer Klasse einen Neuinfektionsfall gibt. Teilweise werden nur Sitznachbarn in Quarantäne geschickt, teils ganze Klassen.

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