Mit Drogen getränkte Briefe in Gefängnis geschickt

27.08.2021 Wegen des Handels mit Betäubungsmitteln ermittelt die Polizei im Landkreis Emsland gegen mindestens 20 Häftlinge und 3 mutmaßliche Mittäterinnen und Mittäter. Es bestehe der Verdacht, dass mit Drogen getränkte Briefe in einen Standort der Justizvollzugsanstalt Lingen geschmuggelt worden seien, teilte die Polizei am Freitag mit.

Ein Blaulicht leuchtet auf dem Dach eines Polizeifahrzeugs. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Dabei soll es sich um sogenannte neue psychoaktive Substanzen handeln. Diese bestehen nach Angaben der Polizei aus einem Gemisch aus legalen Kräutern und Chemikalien. Zusammen entstünden daraus aber verbotene Substanzen, mit der die Täter Briefe einsprühten. «Die als Anwaltsschreiben oder private Familienpost getarnten Schriftstücke wurden dann in den Haftzellen zerkleinert, verkauft und zusammen mit Tabakwaren konsumiert», hieß es weiter.

Dabei kann es nach Angaben der Polizei zu schweren Rauschzuständen und lebensbedrohlichen Notfällen kommen. Die so präparierten Briefe seien geruchslos und könnten nur durch eine Laboruntersuchung entdeckt werden. Mitte August durchsuchten die Ermittler insgesamt 24 Zellen an 2 Standorten der Justizvollzugsanstalt Lingen und 3 Privatwohnungen in Geeste. Dabei wurden Beweismittel beschlagnahmt. Im Visier stehen laut Polizei neben den verdächtigen Gefängnisinsassen mutmaßliche Komplizen außerhalb der Justizvollzugsanstalt. Die Ermittlungen laufen weiter.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Empfehlungen der Redaktion

Regional niedersachsen & bremen

Gefängnisinsassen horten Drogen, Waffen und Handys

Regional baden württemberg

Polizei gelingt wohl Schlag gegen Ludwigsburger Drogenszene

Regional berlin & brandenburg

Drogen und Waffen in Köpenicker Wohnung gefunden: Festnahmen