Klimaneutrale Stahlproduktion: Womöglich in Wilhelmshaven

25.08.2021 Stahl soll in den kommenden Jahren mehr und mehr klimaneutral produziert werden - die Stadt Wilhelmshaven könnte dabei nach Angaben des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums künftig ein wichtiger Produktionsstandort werden. Ein Unternehmenskonsortium stellte der Landesregierung am Mittwoch Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie für eine wasserstoffbasierte Eisenerz-Direktreduktionsanlage (DRI) vor. Demnach könnten mit einer solchen Anlage jährlich bis zu zwei Millionen Tonnen grüner sogenannter Eisenschwamm produziert werden, wie das Wirtschaftsministerium am Mittwoch mitteilte. Bei einer «zügigen Umsetzung bereits vor 2030» könnten demnach mehr als zwei Millionen Tonnen CO2 in der Stahlproduktion eingespart werden.

Gestapelte Drahtbunde auf dem Gelände eines Stahlwerks des Unternehmens ArcelorMittal GmbH. Foto: Jonas Walzberg/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bislang wird Stahl meist mithilfe von Hochöfen hergestellt. Im Hochofen werden Koks und Kohle als sogenannte Reduktionsmittel eingesetzt, um dem Eisenerz bei hoher Temperatur den Sauerstoff zu entziehen. Um CO2 einzusparen, entwickeln Stahlhersteller nun sogenannte Direktreduktionsanlagen (DRI), die Eisenschwamm zur Stahlproduktion herstellen. Für den Betrieb werden jedoch große Mengen Wasserstoff und Strom benötigt.

Dieser könnte laut Ministerium künftig über Offshore-Windenergie in Wilhelmshaven zugeführt werden. «Im Rahmen der Industriepolitik Niedersachsens kann Wilhelmshaven für die Dekarbonisierung der Stahlindustrie und für die norddeutsche Wasserstoff-Strategie ein wichtiger Standort sein», teilte Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) mit.

Die Machbarkeitsstudie wurde unter anderem von den Stahlherstellern Salzgitter und Arcelormittal erarbeitet. Als nächstes soll ein Nachweis für die Wirtschaftlichkeit einer solchen Anlage erbracht werden. Dazu soll ein industrielles Gesamtkonzept entwickelt werden.

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