Weil: Hoffen auf Schwung nach Empfehlung der Impfkommission

16.08.2021 Sollten Kinder und Jugendliche gegen das Coronavirus geimpft werden? Seit Wochen wird darüber debattiert. Die Ständige Impfkommission spricht dafür nun eine Empfehlung aus. Niedersachsens Landesregierung sieht sich bestätigt und hofft auf einen Schub bei den Impfungen.

Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident von Niedersachsen, schaut in die Kamera. Foto: Moritz Frankenberg/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Rund zweieinhalb Wochen vor Ende der Schulferien in Niedersachsen hat sich die Ständige Impfkommission (Stiko) für allgemeine Corona-Impfungen für alle Kinder ab 12 Jahren ausgesprochen. Bei der niedersächsischen Landesregierung fand diese Entscheidung am Montag Zuspruch. Ministerpräsident Stephan Weil erhofft sich dadurch zusätzlichen Schwung bei den Corona-Impfungen. Die klare Empfehlung, dass der Nutzen der Impfung die Risiken überwiege, «dürfte vielen Eltern sowie den betroffenen Kindern und Jugendlichen die Entscheidung für eine Impfung deutlich erleichtern», sagte der SPD-Politiker am Montag in Hannover.

In Niedersachsen können Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren mit dem Einverständnis der Eltern und einer ärztlichen Beratung bereits seit Mitte Juli in 36 der 50 Impfzentren des Landes geimpft werden. Zugelassen für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren sind die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna. Laut Robert Koch-Institut sind aktuell 30,6 Prozent der 12- bis 17-jährigen im Land mindestens einmal geimpft. 14,4 Prozent sind vollständig geimpft.

Ministerpräsident Weil betonte, mit dieser Impfquote belege Niedersachsen gemeinsam mit Schleswig-Holstein einen bundesweiten Spitzenplatz. «Impfen ist und bleibt der bestmögliche Schutz gegen das Coronavirus, vor allem in Hinblick auf die mittlerweile dominierende hochansteckende Delta-Variante.»

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte zuvor mitgeteilt, «dass nach gegenwärtigem Wissensstand die Vorteile der Impfung gegenüber dem Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen überwiegen». Die Stiko empfahl Impfungen bei Kindern zwischen 12 und 17 Jahren bisher nur bei höherem Risiko für schwere Corona-Verläufe - Impfungen sind demnach aber schon jetzt mit ärztlicher Aufklärung und als individuelle Entscheidung von Kindern und Eltern möglich.

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) sieht den Kurs der Landesregierung angesichts der Stiko-Empfehlung bestätigt. Die Empfehlung gebe Rückenwind bei der geplanten Umsetzung von Impfangeboten in Schulen. «Rund um den Schulstart möchten wir weitere freiwillige Angebote machen, damit Jugendliche vor dem Coronavirus bestmöglich geschützt sind, ein Leben in größtmöglicher Normalität verbringen können und ein weiterer Beitrag zur Absicherung von Präsenzunterricht erreicht wird», teilte Tonne mit.

Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) zeigte sich in einer Stellungnahme zuversichtlich, dass die Stiko-Empfehlung einen weiteren Schub für die Impfkampagne geben könne. «Wenn wir gut durch die vierte Welle kommen wollen, müssen wir die Impfquote in allen Altersgruppen steigern. Ich bin optimistisch, dass die Nachfrage in der Altersgruppe 12 bis 17 Jahre jetzt noch einmal deutlich steigen wird», erklärte Behrens. Letztendlich bleibe die Impfung ein Angebot und sei eine Entscheidung in der Familie.

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